Flair á la „Route 66“ - Ein Blick in „Wolla’s Werkstatt Flair á la „Route 66“ - Ein Blick in „Wolla’s Werkstatt Dirk Sengotta

Biker-Start in den Frühling

Der Motorrad-Guru „Wolla" Friedrich hat ein Händchen für heiße Öfen. In seiner Werkstatt macht er die Maschinen fit für den Beginn der Biker-Saison.

Frühling, die Zeit, in der Männerträume sprießen. Da wird das geliebte Motorrad aus dem Schuppen geholt und angemeldet. Die gute, alte Harley, die Honda, die BMW, die Kawasaki. Mehrere Monate lang haben ‚Easy Rider' und ihre ‚heissen Öfen' praktisch getrennt gelebt. Außer ein paar Mal liebesvolles Tätscheln des Lenkers oder des Tanks ist nichts gelaufen. Doch jetzt soll es von 0 auf 100 in fünf Sekunden (oder schneller) gehen. Doch davon kann einer nur abraten, der Ahnung von Motorrädern wie kein zweiter hat: Wolfram Friedrich, genannt ‚Wolla'. Der Zweirad-Guru gibt allen Schönwetter-Bikern wertvolle Tipps mit auf den ersten Weg nach der Winterpause: „Maschine und Fahrer müssen in Topform sein!"

‚Wolla' Friedrich: „Ich kann nur jedem empfehlen, gaaanz vorsichtig anzufangen. Beim Skifahren stürzt man sich ja auch nicht direkt die schwarze Piste hinunter! Denn nicht nur die Biker müssen sich nach dem Winter wieder an den Straßenverkehr gewöhnen, auch die anderen Verkehrsteilnehmer an die Biker." Er weiß, wovon er spricht: Schließlich sitzt der hochgewachsene Mann mit Pferdeschwanz schon seit 32 Jahren auf seinem ‚Moped'. Der Frühling ist eine heiße Zeit für ‚Wolla' und sein eingespieltes Schrauber-Team: „Um Ostern und Pfingsten herum haben wir in der Werkstatt immer sehr viel zu tun. Die meisten Maschinen standen schließlich den ganzen Winter über im Keller. Damit es nicht gleich bei der ersten Fahrt zum Unfall kommt, muss man auf jeden Fall schauen, dass die Bereifung in Ordnung ist, den Luftdruck und den Bremsdruck überprüfen, zudem sollte die Batterie randvoll sein. Wer ganz auf ‚Nummer sicher' gehen will, der sollte einen technischen Check durchführen lassen." In der Werkstatt seines Vertrauens oder eben in „Wolla's Garage" bei „Mr. Bike" persönlich. „So ein technischer Dienst kostet um die 50 Euro. Ist alles in Ordnung, kann es hinaus auf die Asphalt-Piste gehen."

Bikes und Leberkäs…

Meister Wolla hat in Biker-Kreisen nicht nur einen guten Ruf als exzellenter Mechaniker und Bike-Konstrukteur. Seine Werkstatt ist zu einer Art Tempel für Motorrad-Anbeter geworden. Sie rollen samstags auf den Vorplatz von „Wolla's Garage" und tauschen sich beim Business Brunch über ihre Passion aus. Der Chef selbst steht am Herd und lässt die Spiegeleier brutzeln. Dazu gibt's Leberkäs-Brötchen mit Kraut und Senf. Mit zwanzig Jahren packte ihn die Leidenschaft für Motorräder. Anfang der Neunziger eröffnete er seine erste eigene Werkstatt am Loh, und die bestand damals wirklich nur aus zwei Garagen. „Daher der Name", kommentiert ‚Wolla'. Mittlerweile ist der gebürtige Wuppertaler mit seinem Betrieb an der Wittener Straße gelandet und hat sich dort bedeutend vergrößert. In der Werkstatt werden nicht nur Motorräder repariert und aufgewertet, auch Oldtimer und Exotic-Cars kommen hier in Spezial-Behandlung. Reparaturen bis hin zu exklusiven Umbauten. Dabei ist „Wolla's Garage" nicht nur eine Reparaturwerkstatt, sondern längst auch eine eigenständige Marke. „Im Jahr baue ich vier bis sechs Maschinen selbst, jeweils nach Kundenwunsch", erklärt ‚Wolla' und schiebt dabei die Ärmel seines Pullovers hoch. Zum Vorschein kommt ein Tattoo: Große Flammen und zwei Daten. Das erste steht für den Tag, an dem er hier an die Wittener Straße gekommen ist, das zweite für seinen Eintritt in den Motorrad-Club.

Seine tätowierten Arme sind Zeichen für das, was „Wolla's Garage" so alles nebenbei zu bieten hat. Wolfram Friedrich: „Unter der Woche kann man hier nicht nur seine Maschine aufmotzen lassen, sondern auch sich selbst. Von Montag bis Freitag sitzt hier auch ein Tätowierer." Ein weiteres Highlight in „Wolla's Garage" ist das „Männerwohnzimmer", das eigentliche Herzstück der ganzen Werkstatt. Lifestyle pur! Ein großer Fernseher, ein verglaster Kamin als Raumtrenner, Fitnessgeräte und in der Mitte Super-Motorräder – von einem solchen Wohnzimmer träumt doch ein jeder Biker. Wolfram Friedrich: „Hier findet samstags regelmässig der Business Brunch statt, aber auch mal Konzerte oder die Übergabe einer Maschine an den Käufer. Und hier haben wir auch die Benefiz-Festivals für ‚Wuppertal hilft' geplant." Die Unterstützung notleidender Kinder ist für den sympathischen Biker im Rocker-Outfit eine echte Herzensangelegenheit.

Hannah Florian

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