Dr. Susanne Bellenbaum Dr. Susanne Bellenbaum Foto: Dirk Sengotta

Sprüche aus dem Kindermund

Die Wuppertaler Kinderärztin Dr. Susanne Bellenbaum ist seit der ersten Stunde der STADTZEITUNG als kompetente Ratgeberin & Kolumnistin dabei. Im Laufe der Jahre hat sie  in ihrer Praxis viele lustige Sprüche ihrer junge Patientinnen und Patienten gesammelt.

Wuppertal, 06.02.2019 - Sprüche aus dem Kindermund! Wer als Kinderärztin täglich 60 bis 79 Kinder behandelt, bekommt eine Menge Sprüche zu hören. Unsere Autorin, Kinderärztin Dr. Susanne Bellenbaum, hat die besten gesammelt.

Gelegentlich muss ich aus zwingenden Gründen Antibiotika-Saft verschreiben. So auch bei Lotte. Völlig aufgelöst rief mich am nächsten Tag Lottes Mutter an. Denn Töchterchen Lotte wollte den Saft nicht einnehmen. Weil der - so Lotte wörtlich - „schmeckt wie ein Ochse kackt“. Meistens findet man mit Mutter und Kind dann doch noch einen Konsens.

Gelegentlich sind aber jeder noch so gut gemeinte Rat und jegliche Aufklärung für die Katz. Mein smarter 14 Jahre alter Patient Joshua haute während einer Vorsorgeuntersuchung, bei der ich ihm die Wichtigkeit von Vitaminen im Essen plausibel machen wollte, folgenden Spruch heraus: „Fleisch ist mein Gemüse.“

Dann durfte ich kürzlich Zeuge eines 3-Generationen-Gesprächs zwischen Paul, seiner Mutter und seinem Opa werden. „Opa, Du bist ein Doofkopf“, sagte Paul. Völlig aufgebracht konterte die Mutter: „Paul, dafür entschuldigst Du Dich aber!“ Reumütig schaute Paul den Opa an und sagte: „Entschuldigung, Doofkopf.“

Dann ging ich vor einiger Zeit an der geöffneten Toilettentür vorbei und bekam folgende Szene mit. Der dreijährige Pascal thronte auf der Brille und sang ein Lied. Darauf sagte seine Mutter genervt: „Hör auf zu singen, mach endlich!“ Sie sehen also, man kann als Kinderärztin auch sehr viel Spaß haben. Die Mutter meines Fleisch-Fans Joshua erzählte mir folgende Anekdote: Auf der Feier anlässlich der Bachelor-Titel-Verleihung hielt ihm Bruder Justin stolz seine Urkunde unter die Nase, begleitet von den Worten: „Ich habe jetzt einen akademischen Grad“. Daraufhin konterte der kleine Bruder Joshua: „Dann können wir Dich ja jetzt bei Elite-Partner.de anmelden - aber vorher feilen wir noch an Deinem Benehmen.“

Und wissen Sie denn eigentlich, was ein Honk ist? Ich wusste es auch nicht! Aber da hat mich der achtjährige Fritz aufgeklärt: Honk bedeutet „Hilfsarbeiter ohne nennenswerte Kenntnis“. Man lernt eben immer noch dazu...

In diesem Sinne. Ich sammele weiter für Sie Sprüche aus dem Kindermund.

Ihre Dr. Susanne Bellenbaum

 

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