Verteufelung des Diesels? Gibt es den 'Öko-Schwindel'? Foto: ZDF

Verteufelung des Diesels? Gibt es den 'Öko-Schwindel'?

In der Diskussion über den Dieselmotor sei jede Vernunft abhanden gekommen. Das meint jedenfalls die renommierte „F.A.Z“, die jüngst das politischen Agieren in diesem Land kritisch analysierte. Der Diesel stoße danach weniger CO2 aus als der Benzinmotor.

Aus unserer Dezember-Print-Ausgabe - Wuppertal, 20.12.2018 - Schon allein aus diesem Grunde sei - so die "F.A.Z." - die Verteufelung des Dieselmotors wegen der höheren Stickoxid-Emission in Frage zu stellen. Der aktuelle Maßnahmen-Katalog zur Sperrungen der Innenstäte sei Aktionismus, verursache Umwege und damit zusätzliche Kilometer, wird argumentiert und gefragt, ob das verhältnismäßig oder gar sinnvoll sein kann.

Bei dem jetzt ins Auge gefassten Deals beteiligten sich Daimler und VW - die wie alle anderen auch bis dahin das untaugliche Gesetz über das erträgliche Maß ausgenutzt hätten - wider besseren Wissens an Hardware-Nachrüstungen, ahnend das diese sowohl technisch und zeitlich ins Leere laufen. Dafür funktioniere die mit angeblichen hohen Preisnachlässen flankierte Flottenerneuerung als einziger wirkender Hebel derzeit wohl bestens.

Niemand solle glauben, dass der Übergang ins Elektrozeitalter über Nacht gelinge.
Hier spricht die international agierende DW-Akademie inzwischen von einem „Öko-Schwindel“ und meint, dass die klimafreundliche Vision an der Wirklichkeit scheitere. Deutschland sei das Land der Erfinder des ersten Verbrennungsmotors und vermutlich auch das erste, das ihn abschaffen würde. Erstaunlichwerweise frage niemand -so DWA- wie klimaschonend Elektroautos wirklich sind.

Das Stockholmer Umweltforschungsinstitut IVL habe jüngst berechnet, dass allein bei der Produktion des riesigen Akkus eines Tesla-S- Elektro-Autos 17 Tonnen CO2 in die Atmosphäre geblasen werden. Damit sei dieses E-Auto genauso umweltschädlich wie ein moderner Benziner oder Diesel nach einer Laufleistung von 200.000 km.

Solange mehr als die Hälfte des deutschen Stroms aus Kohle und Gas erzeugt würde, handele es sich bei Elektrofahrzeugen um rollende Klima-Killer. Es werde Jahrzehnte dauern, bis beim Tanken keine fossilen Energien in die Akkus fließen, so dass klimafreundliche E-Autos noch lange eine Illusion blieben.

Kritiker dieser Thesen sehen in den aktuellen Aussagen interessengesteuerte
Absichten, wie sie etwa aus der Ölindustrie kommen könnten. Da wird es für den normalen Verbraucher schwer, sich ein objektives Urteil zu bilden Unser Wuppertaler Auto-Experte Christof Lyttek stellt indessen die einfache Frage nach den Batterie-Ladezeiten und den keineswegs vorhandenen Ladestationen, denn nicht jeder habe eine entsprechende Garage.

Ob man sich die Schlangen an den Tankstellen schon wirklich vorstellen könne? Die Angaben der einzelnen Hersteller schwanken zwischen 0,3 bis 14 Stunden Ladezeit. Ersatzbatterien zum Austauschen, etwa wie beim Handy, werde es nämlich schon aus Sicherheitsgründen nicht geben. Und ob sich schon jeder vorstellen könne, dass seine Urlaubsreise nach Frankreich oder Italien demnächst wegen der fehlenden Reichweites seines E-Autos mehrere Tage dauern wird, dürfe man wohl bezweifeln.

Text: Felix Rothermund

 

 

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