Zwei große Persönlichkeiten im Gespräch: Prof. Dr. Dietrich Grönemeyer (r.) und der Dalai Lama Zwei große Persönlichkeiten im Gespräch: Prof. Dr. Dietrich Grönemeyer (r.) und der Dalai Lama Foto: privat

Prof. Grönemeyer - Rastloser Kämpfer für die Gesundheit

Prof. Dr. Dietrich Grönemeyer - ein rastloser Kämpfer für die Gesundheit. Der renommierte Mediziner hat gerade das Buch "Weltmedizin" veröffentlicht. Im großen "Hand aufs Herz"-Interview bekennt er Farbe.

Aus unserer Oktober-Print-Ausgabe - Wuppertal, 12.10.2018 - Weltmedizin – das ist das Lebensprojekt von Prof. Dr. Dietrich Grönemeyer (65). Seit Jahrzehnten geht der bekannte Mediziner und Bruder des erfolgreichen Sängers Herbert Grönemeyer ("Männer" - "Flugzeuge im Bauch") der Frage nach, ob und wie alternative Heilmethoden die Schulmedizin bereichern können. Der renommierte Arzt ist um die ganze Welt gereist, hat immer wieder Kollegen und Heiler gebeten, ihr Wissen mit ihm zu teilen: Von Kräutermedizin, über Meditation bis hin zur traditionellen chinesischen Heilkunst. Seine Recherchen führten ihn in alle Erdteile.

Jetzt nutzt Dietrich Grönemeyer sein gesammeltes Wissen, um Antworten auf zahlreiche Fragen der Heilkunst zu finden und hinter die „Geheimnisse“ von Medizinmännern und Heilerinnen zu kommen: Kann Meditation den Herzrhythmus regulieren? Werden Menschen durch Handauflegen gesund? Warum funktionieren Akupunktur, Ayurveda oder Yoga? Über diese Fragen, über sein neues Buch und vieles mehr gab uns Prof. Dr. Dietrich Grönemeyer jetzt ein umfassendes „Hand aufs Herz“-Interview.

DS: Welche Länder haben Sie für Ihre Studien zur Weltmedizin besucht?

Prof. Dietrich Grönemeyer: „Da ist im Laufe der Jahre viel zusammen gekommen, von China über Mexiko und Brasilien bis hinunter auf den australischen Kontinent. Und natürlich bin ich immer wieder in Europa unterwegs. Allerdings gab es keinen Plan, nach dem ich Land für Land bereist hätte. Wann und wo immer ich unterwegs war, ob als Student, als Arzt oder als Wissenschaftler, habe ich mich für die überlieferte Heilkunst der jeweiligen Kulturen interessiert. Habe mich gefragt, wovon könnten wir hier bei uns profitieren. Das hat mir manche Kritik eingetragen. Denken Sie nur daran, wie lange es dauerte, bis sich die Schulmedizin wenigstens zur teilweisen Anerkennung der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) durchgerungen hat. Unterdessen kommen sogar viele Krankenkassen für die Kosten der Akupunktur auf.“

DS: Wie lange hat denn Ihre Recherche gedauert?

Prof. Dietrich Grönemeyer: „Sie beschäftigt mich noch immer. Die Erforschung der Weltmedizin ist für mich eine Lebensaufgabe. Schon Anfang der 1970er Jahre, während meines Studiums der Sinologie, noch bevor ich 1976 zur Humanmedizin gewechselt bin, hat mich das Thema fasziniert.“

DS: Welchen medizinischen Fragen haben Sie den besonders interessiert?

Prof. Dr. Dietrich Grönemeyer: „Ehrlich gesagt, wollte und will ich noch immer hinter alles kommen, was uns oftmals so geheimnisvoll anmutet, dass wir es nicht glauben wollen. Wie gelingt es etwa Schamanen, Medizinmännern und Heilerin durch das bloße Fühlen des Pulses Krankheiten zu diagnostizieren? Lässt sich der Herzrhythmus tatsächlich durch Meditation beeinflussen; wie ist das möglich? Warum funktionieren Akupunktur, Ayurveda oder Yoga?“

DS: Sehen Sie Ihr Buch „Weltmedizin“ als so eine Art Vermächtnis, als Höhe- oder sogar Endpunkt Ihrer Karriere als Medizinbuch-Autor?

Prof. Dr. Dietrich Grönemeyer: „Nein, überhaupt nicht. Das Ganze ist eher ein erster Versuch, zusammenzufassen, was ich bei meinen Begegnungen mit den verschiedenen Kulturen der Weltmedizin erfahren habe und welche Überlegungen das nach sich zog. Ich hoffe, dass es ein Anstoß dazu ist, mehr voneinander zu lernen. Wir müssen aufhören, dogmatisch auf den Methoden der Schulmedizin zu beharren. So großartig deren Leistungen zweifelsohne sind, es gibt auf dem weiten Feld der Weltmedizin noch sehr viel mehr, womit dem Patienten geholfen werden kann, oftmals sogar schonender. Dazu gehören für mich auch die Errungenschaften alter Heilweisen und alter Kulturen. Steht doch auch die Schulmedizin, historisch betrachtet, auf diesen Schultern.“

DS: Es gibt auf der Welt Schamanen und Medizinmänner, was können wir von diesen Heilern, die gar nicht studiert haben, lernen?

Prof. Dr. Dietrich Grönemeyer: „Zuerst und vor allem, man kann es nicht oft genug wiederholen, die menschliche Zuwendung. Etwas, das im betriebswirtschaftlich organisierten Gesundheitswesen unserer Tage vielfach verloren geht. Die Erfolge der alternativen Heiler rühren zum großen Teil daher, dass sie sich auf den Kranken einlassen. So können sie die jeweils individuelle Ausprägung seiner Krankheit besser verstehen. Und dann verfügen sie natürlich über einen immensen Erfahrungsschatz auf dem Gebiet der Pflanzenheilkunde, weitergereicht von Generation zu Generation. Dazu bedarf es nicht unbedingt eines Studiums.“

DS: Welche Möglichkeiten hat Otto Normalpatient, einen echten Spezialisten von einem Quacksalber zu unterscheiden?

Prof. Dietrich Grönemeyer: „Das ist ein Problem. Denn nur allzu oft wird den Menschen in der Not das Blaue vom Himmel herunter versprochen, zumal im Internet. Mit Globuli und Ringelblumensalbe ist aber keiner Krebserkrankung beizukommen. Der seriöse Alternativ-Mediziner zeichnet sich dadurch aus, dass er seine Grenzen kennt und weiß, wann er einen Patienten an diesen oder jenen Facharzt überweisen muss. Umgekehrt täten auch viele Schulmediziner gut daran, dem einen oder anderen eine naturheilkundige Behandlung zu empfehlen, bevor sie Antibiotika verschreiben oder gar zum Skalpell greifen. Für den guten alten Hausarzt verstand sich das von selbst. Deshalb bin ich so traurig und ärgerlich, dass dieser wunderbare Beruf im Grunde wegrationalisiert wird - nicht zuletzt von der Politik.“

DS: Sehen Sie Ihr Buch als Ratgeber oder als Denkanstoß, sich mit der eigenen Gesundheit und dem eigenen Seelenleben mehr zu beschäftigen?

Prof. Dietrich Grönemeyer: „Es ist eine Orientierungshilfe, die Möglichkeiten aufzeigt, für sich selbst einen Weg zu finden. Mein Versuch ist es, dazu beizutragen, dass sich die Medizin verändert, nämlich hin zu einer ganzheitlichen Herangehensweise, die sowohl die Schulmedizin, die traditionellen Heilweisen, wie auch Psychosomatik als Gesamtes sieht und nicht mehr gegeneinander stellt.“

DS: Sehen Sie Ihr Buch als Gegenpol zu den medizinischen und wirtschaftlichen Strategien großer Krankenhaus-Unternehmen, die zunehmend auf Hightech und Apparate-Medizin setzen?

Prof. Dietrich Grönemeyer: „Arzt ist eigentlich ein phantastischer Beruf. Nur wenn wir immer weiter fortfahren, vor allem über die Kosten des Gesundheitswesens zu reden, nach Möglichkeiten der Optimierung und Einsparung zu suchen, werden wir alle krank und kränker. Es ist höchste Zeit, wieder vorrangig über die Qualität der Behandlung nachzudenken. Und das heißt nicht zuletzt, wir müssen junge Frauen und Männer motivieren, sich für das Gesundheitswesen zu begeistern. Was wir brauchen, sind gut bezahlte Krankenschwestern und Krankenpfleger, keine Billigkräfte.“

DS: Sie haben mit dem Thema „Quantitative Blutfluss-Bestimmung mit Hilfe digitaler Röntgenbildverarbeitung im Modell und Tierversuch“ promoviert. Hat sich seither Ihre Einstellung gegenüber Tierversuchen geändert?

Prof. Dietrich Grönemeyer: „Es stimmt, ich habe Tierversuche unternommen, aber schnell festgestellt, dass das gar nicht sein muss. Der technische Fortschritt kam mir zu Hilfe. Ich habe elektronische Modellversuche gemacht, bei denen das Tier simuliert wurde. Das waren damals die Anfänge des Computereinsatzes in der medizinischen Forschung. Ich bin stolz darauf, daran mitgearbeitet zu haben, und ich bin auch stolz darauf, dass ich ganz frühzeitig auf Tierversuche verzichtet habe. Wir brauchen heute eigentlich keine Tierversuche mehr. Wir können sehr vieles am Computer simulieren oder auch mit Zellkulturen arbeiten. Ich halte das für moralisch geboten. Wir machen uns viel zu wenig Gedanken darüber, dass es sich bei den Tieren um Geschöpfe handelt, die genau wie wir leben wollen und genau wie wir Gefühle haben.“

DS: Warum haben denn unsere Mitgeschöpfe keine Lobby?

Prof. Dietrich Grönemeyer: „Weil viele Menschen zu wenig Respekt vor den anderen Lebewesen haben. Ich höre gern zu, wenn die Vögel miteinander zwitschern. Sie haben ihre eigene Sprache. Tiere sprechen ja auch mit den Augen. Und ihre Körpersprache ist sehr ausdrucksstark. Sie kuscheln sich an oder gehen auf Distanz. Ich hatte zwei sehr beeindruckende Erlebnisse mit Tieren, die mich tief berührt haben.“

DS: Jetzt werden Sie doch wohl hoffentlich unsere Neugierde befriedigen?

Prof. Dietrich Grönemeyer: „Ich wohne gar nicht weit von Wuppertal quasi mitten im Wald. Und immer wenn ich im Sommer nach Hause komme, fliegt eine Libelle auf mich zu. Einen Meter vor mir bleibt sie in der Luft stehen, dann scannt sie mich von oben bis unten mit leuchtenden Augen ab. Jahr für Jahr erlebe ich das. Für dieses kleine Wesen bin ich ja ein Riese und trotzdem sendet es mir das Signal: Ich passe auf Dich auf. Meine zweite wunderschöne Begegnung mit einem Tier hatte ich, als ich im Rahmen der Veröffentlichung meines Wir-Buches „Mut zum Miteinander“ eine Lesung in einer Kirche hatte. Ich sprach gerade über den Respekt vor der Schöpfung. In dem Augenblick - es war mitten im Winter - setzte sich ein Schmetterling auf meine Hand. Da habe ich gedacht: Jetzt höre ich auf, es ist alles gesagt.“

DS: Sie Sind Mediziner, Sie sind Buchautor, Sie haben Fernsehsendungen moderiert. Wie würden Sie sich selbst charakterisieren?

Prof. Dietrich Grönemeyer: „Ich bin ein vom Leben faszinierter Mensch, der neugierig ist. Ich würde gern zigfach wieder geboren werden, als Pflanze, als Tier oder was immer. Dieser Gedanke der Ewigkeit fasziniert mich am Buddhismus. Was aus unserer Seele wird, wissen wir alle nicht.“

DS: Wie viele Stunden in der Woche behandeln Sie noch selbst?

Prof. Dietrich Grönemeyer: „Ich behandele fast täglich, dazu zähle ich auch die mentale Behandlung, also die intensiven Gespräche mit meinen Patienten. Praktisch - also mikrotherapeutisch - bin ich rund eine Woche im Monat aktiv.“

DS: Wie weit fühlen Sie sich eigentlich überhaupt noch als Schulmediziner?

Prof. Dietrich Grönemeyer: „Ich bin Schulmediziner von Hause aus und ich möchte mit meinem Wissen und meinen Fähigkeiten auch die wissenschaftliche Qualität absichern. Ich bin aber ein Schulmediziner, der offen ist für andere Herangehensweisen wie Akupunktur, bewährte Massagetechniken, oder die Naturheilkunde mit Pflanzen wie Thymian und Weidenrinde. Deshalb bezeichne ich auch die Zukunft der Medizin als Weltmedizin, eine integrale Heilkunst.“

DS: Wie sehen sie die Entwicklung der Medizin in Deutschland?

Prof. Dr. Grönemeyer: „Ich glaube, dass die Menschen in Deutschland immer bewusster leben, sonst würde die Ernährung gar nicht so sehr thematisiert, ob es vegetarisch, vegan oder ayurvedisch ist. Auch Naturheilkunde spielt eine immer größere Rolle. Immerhin werden heute zwei Drittel der Menschheit mit naturheilkundlichen Methoden behandelt. Gleichzeitig gibt es im schulmedizinischen Bereich eine fachärztliche Qualifizierung, die man gar nicht hoch genug schätzen kann. Wenn beides zusammenkommt, muss uns um die Zukunft nicht bange sein. Dafür aber bedarf es noch des Abbaus zahlreicher Vorurteile und Dogmen auf beiden Seiten, bei den Schulmedizinern sowie bei den Heilpraktikern.“

DS: Sie nutzen die Medien, um Ihre Mission und Ihre Message zu verbreiten. Das ruft so manchen Neider aus Kollegenkreisen auf den Plan, die Sie kritisieren. Wie gehen Sie damit um?

Prof. Dietrich Grönemeyer: „Das tut weh! Unterstellungen schmerzen immer. Am Ende aber zählt nur eins: Alles, was ich tue, meine Methoden der Diagnose und der Therapie, sind für jedermann überprüfbar. Ich kann als Erfolg für mich verbuchen, dass die Mikrotherapie inzwischen weltweit angewendet wird. Man führt sie zwar nicht auf mich zurück, aber ich habe sie nun mal in die Welt gebracht und sie auch gegen Radiologen und Chirurgen verteidigt.“

DS: Warum tut man sich in der Medizin mit Innovationen so schwer und stößt auf Widerstände?

Prof. Dietrich Grönemeyer: „Es liegt in der Natur des Menschen, dass er sich von dem Vertrauten mehr Sicherheit verspricht als von dem Unbekannten. Und Ärzte sind schließlich auch nur Menschen und gewiss keine Halbgötter in Weiß. Man muss ihnen den Erfolg des Neuen vorführen, um sie zu überzeugen. Ich kann mich gut daran erinnern: Ich war 38 Jahre alt, die Mikrotherapie stand ganz am Anfang. Ich hatte angekündigt, CT gesteuert eine Bandscheibe zu operieren. Da haben sich die Kollegen ziemlich aufgeregt. Von der Orthopädie der Düsseldorfer Uni-Klinik kündigten sich der Chefarzt und drei Oberärzte an. Sie kamen in den OP, als ich gerade mit dem Laser in der Bandscheibe war. Zu viert standen sie um mich herum. Eigentlich wollten sie Zeugen meines Scheiterns werden. Am Ende der OP mussten sie dann zugeben: „Das ist es. Das ist die Zukunft“.

DS: Sie werden im November 66 Jahre alt. Können Sie sich vorstellen, dass Sie irgendwann nur noch den Golfschläger schwingen?

Prof. Dr. Grönemeyer: „Das ist doch langweilig. Ich will mich nicht mit Michelangelo vergleichen, der noch mit 90 Großes geschaffen hat. Aber mich zur Ruhe zu setzen kommt nicht in Frage. Ich habe einmal für das ZDF einen Film über 100jährige produziert. Da habe ich eine Berlinerin besucht, die mit 110 Jahren allein in ihrer Wohnung lebte. Das ist für mich Motivation genug, zu sagen: Ich werde jetzt 66 und bis 110 ist es noch lange hin - Zeit genug, viel zu tun.“

DS: Wenn Sie selbst einmal krank werden. In welche Hände begeben Sie sich dann?

Prof. Dietrich Grönemeyer: „Zunächst vertraue ich meinem eigenen Wissen; wenn das nicht hilft, frage ich meine Tochter Friederike. Sie ist Psychologin und Heilpraktikerin. Sie weiß sehr viel über Naturheilkunde. Wenn es sein muss, vertraue ich mich auch anderen Schulmedizinern an, wie z.B. dem phantastischen Operateur, der mir die Gallensteine entfernte.“

DS: Sie werden doch sicher bevorzugt behandelt und müssen nicht im Wartezimmer warten, bis Sie aufgerufen werden?

Prof. Dietrich Grönemeyer: „Da täuschen Sie sich. Ich habe so manches Mal im Wartezimmer gesessen und recht lange warten müssen. Ich kann durchaus verstehen, dass viele damit ein Problem haben. Aber mir ist es lieber, ich warte etwas, und der Arzt nimmt sich dann für mich genauso viel Zeit wie für die Patienten vor mir. Er behandelt mich individuell und mit fundierten Erklärungen, warum, wann, wie oft ich dieses oder jenes Medikament nehmen muss, welche Nebenwirkungen es hat. Heute ist es doch so, dass die meisten Patienten nach ein paar Minuten wieder draußen sind und nicht wissen, was sie tun sollen. Viele nehmen die verschriebenen Medikamente gar nicht ein, weil sie nicht verstanden haben, wie sie wirken.“

DS: Welche Erlebnisse und Erfahrungen auf den Studienreisen für Ihr neues Buch sind Ihnen besonders in Erinnerung geblieben?

Prof. Dietrich Grönemeyer: „Auf Hawaii habe ich einen beeindruckenden Heiler kennen gelernt. Ich kam in einen abgedunkelten Raum, da saß ein älterer Mann, sagte kein Wort und schaute praktisch durch mich hindurch. Dann nahm er meine Hand, um den Puls zu fühlen, und in dem Augenblick wurde ich ganz ruhig, fühlte mich glücklich. Die andere positive Erfahrung habe ich bei einer Ayurveda-Kur gemacht. Durch die speziellen Massagen, die Entspannungs- und Yoga-Übungen sowie durch die Nahrungs-Umstellung haben sich meine Cholesterin-Werte wieder normalisiert. Ich verstand: Man kann auf die Regenerationskraft des Körper vertrauen und braucht keine Medikamente, um glücklich zu sein.“

DS: Ihr erklärtes Ziel ist es, über 100 Jahre alt zu werden. Haben Sie dafür ein Geheimrezept?

Prof. Dietrich Grönemeyer: „Ich höre auf mich und meinen Körper und lebe fröhlich in den nächsten Tag hinein. Ich rege mich allenfalls noch über Ungerechtigkeit und Unfrieden auf, über sonst nichts mehr. Als ich bei einem Unfall in den Bergen zehn Meter in die Tiefe stürzte, habe ich im ersten Moment gedacht: Jetzt ist das Leben gleich vorbei. Und dann ging es doch weiter. Da hab ich mir gesagt: Ich will leben und ich bin dankbar dafür, dass ich leben darf.“

DS: Vielen Dank für das offene, ehrliche, interessante Gespräch.

Das Interview führte Peter Pionke

 

VITA

Dietrich Grönemeyer wurde am 12.11.1952 in Clausthal-Zellerfeld geboren, wuchs in Bochum auf und ist in der sechsten Generation Arzt. Die Mutter entstammt einer Ärzte-Familie, sein Vater war Bergbauingenieur. Mit seinen Brüdern Herbert und Wilhelm Grönemeyer wuchs er in Bochum auf.

1972 machte Dietrich Grönemeyer sein Abitur am Humanistischen Gymnasium Bochum. Vor seinem Medizinstudium an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel studierte er Romanistik und Sinologie an der Ruhr-Universität Bochum. 1981 promovierte er in Kiel und wurde Assistenzarzt für Radiologie in Kiel und Witten, strahlentherapeutischer Oberarzt an der Lungenklinik in Hemer und mit 36 Jahren Chefarzt in Mühlheim.

Seine Habilitation folgte 1990 an der Universität Witten/Herdecke. Dort war Grönemeyer bis zu seiner Emeritierung 2012 Inhaber des Lehrstuhls für Radiologie sowie des weltweit einzigen Lehrstuhls für Mikrotherapie. Er leitet das Grönemeyer Institut für Mikrotherapie in Bochum und Berlin. 2013 wurde er zum Professor für Gesundheitswirtschaft an der Steinbeis-Universität Berlin berufen.

Grönemeyer gilt durch die Zusammenführung und Weiterentwicklung von interventioneller Radiologie, Endoskopie und Schmerztherapie als der „Vater der Mikrotherapie“. Als Gastprofessor wirkte er u. a. an der Harvard Medical School in Boston und der Georgetown University in Washington. Mit zahlreichen wissenschaftlichen Werken und populärwissenschaftlichen Büchern hat er sich als Autor einen Namen gemacht. Eben ist sein neuestes Buch „Weltmedizin“ erschienen.

Mit den Erfindung der Figur des „Kleinen Medicus“ und "Erwin & Rosi" - für Kinder und Familien - sowie als Journalist und Moderator seiner langjährigen ZDF-Sendung „Dietrich Grönemeyer – Leben ist mehr!“ und auch als Gast zahlreicher Sendungen und Talk-Shows wurde er einem breiten TV-Publikum bekannt.

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