Jetzt auch Umtauschprämien für Auto-Pendler Foto: ZDF

Jetzt auch Umtauschprämien für Auto-Pendler

Lässt dieser „Auto-Winter“ das aufgeheizte Klima in Saschen Diesel abkühlen? Jetzt gibt es auch Umtauschprämien für die Wuppertaler Auto-Pendler.

Aus unserer November-Print-Ausgabe - Wuppertal, 14.11.2018 - Die „Nachrüstung älterer Dieselfahrzeuge“ bleibt das beherrschende Auto-Thema dieser Zeit. Sie sollen drohende Fahrverbote verhindern. Die Anstrengungen der Politik, eine tragfähige Lösung zu finden, sollen dem vernehmen nach Fortschritte machen. Kein Wunder, denn die große Zahl geschädigter Autofahrer macht ihren Unmut zunehmend Luft. Im Verkehrsministerium sind jetzt die Telefondrähte heiß gelaufen, als eine Handvoll Fachleute aus dem Haus Anfragen zum Thema „Diesel“ beantworten wollte.

Ein Szenario, dass auch in Wuppertal deutlich zu spüren ist. Der Cronenberger KFZ-Meister Christof Lyttek: „Das Thema wühlt unsere Kunden auf wie kaum ein anderes. Die Menschen fühlen sich von den Autoherstellern betrogen und von der Regierung im Stich gelassen!“ Die Druckmittel der Politik sind indes bescheiden. Bundesverkehrsminister Scheuer hatte zuletzt an die Hersteller appelliert, das Vertrauen der Verbraucher zurückzugewinnen. Dem juristischen Argument, niemand könne sie zur Nachrüstung verpflichten, hält er entgegen, dass sich eine großzügige Haltung und der Verzicht auf rechtliche Positionen für die Hersteller auf Sicht nur positiv auswirken könne.

Volkswagen, Daimler und BMW vertreten offenbar keine einheitliche Linie zu den von der Politik geforderten Hardware-Nachrüstungen. Wie die „FAZ“ aktuell berichtete, zeigt sich der Daimler-Konzern derzeit am offensten und will sich an einem Nachrüstungsprogramm der Bundesregierung beteiligen. Von einer Kostenbeteiligung bis zu 80 Prozent bis zur Höhe von 3.000 Euro ist die Rede. Daimler will sich danach an einem Hardware-Programm in Schwerpunktregionen beteiligen, und zwar für eine zertifizierte und zugelassene Nachrüstung durch einen Drittanbieter.

Bedingung sei, dass die Nachrüstung dazu berechtigt, in bestimmte Städten auch in Straßen mit Fahrverboten einzufahren, so ein Unternehmenssprecher. Eine Kostenbeteiligung bis zu 3.000 € soll auch der VW-Konzern im Visier haben, wenn auch mit gewissen Einschränkungen, nämlich dass auch ausländische Konkurrenten mitziehen. 

Autofahrer werden indessen wohl noch eine Weile auf Diesel-Nachrüstsysteme warten müssen. Zwar haben Hersteller wie Baumot die für Euro-5-Diesel vorgesehenen Lösungen schon für 2019 angekündigt, doch einige Branchenexperten kalkulieren vorsichtiger, wie Professor Stefan Reindl (Geislingen) von Auto-Bild zitiert wird.: "Ich rechne erst in zwei Jahren mit nennenswerten Stückzahlen bei verfügbaren Umrüstsätzen“.

Angesichts dieser Tatsache verwundert nicht, wenn Rabatt-Konzepte mit Namen wie Umtauschprämien oder Abwrackprämie die Runde machen. Mit Versprechen wollen VW, BMW, Mercedes, Škoda und Co. potenzielle Käufer gewinnen. Während BMW mit einer Umweltprämie+ lockt, bieten etwa Daimler und Audi gleich zwischen 3.000 und 10.000 Euro an.

Umweltbewusst sein, die Luftqualität verbessern und die Fahrzeugflotte verjüngen, lautet die Devise. Auto-Experte Christof Lyttek sieht das kritisch: „Man muss sehen, dass die Autopreise zuletzt sehr gestiegen sind und hohe Rabatte ohnehin die Regel waren. Die Frage ist, ob der Händler neben der Umweltprämie zusätzlich Rabatte anbietet?“ Das Konzept der Bundesregierung zur Verbesserung der Luftqualität hat zudem den Nachteil, dass hier nur 14 Schwerpunktregionen betroffen sind. In der hiesigen Region Köln, Düsseldorf und Bochum.

Jetzt überrascht die Daimler AG mit dem interessanten Angebot, auch Pendler mit Wohnort außerhalb der Schwerpunktregionen in die Umtauschprämie einzubeziehen. Verkaufsleiter Frank F. Marx von der Mercedes-Benz Niederlassung Wuppertal: „Bezugsberechtigt sind Pendler, die in den definierten Städten arbeiten und ihren Wohnort in einem Umkreis bis zu 100 km haben. Davon würden dann z.B. auch in Wuppertal und im Bergischen ansässige Autofahrer profitieren, die in Köln, Düsseldorf oder Bochum arbeiten“.

Zum Nachweis wird neben der KFZ-Zulassungsbescheinigung eine schriftliche Bestätigung des Arbeitgebers erwartet, aus der das ungekündigte Bestehen des Arbeitsverhältnisses hervorgeht und ein telefonisch erreichbarer Ansprechpartner in der Firma genannt ist.

Es bleibt zu hoffen, dass es Regierung und Hersteller in diesem Auto-Winter gelingt, das aufgeheizte Klima rund um das Thema „Diesel-Fahrverbote“ zur Abkühlung zu bringen.

Text: Siegfried Jähne

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