Milena Preradovic Milena Preradovic Foto: Heli Mayr

Milenas 50 plus - Erinnerungen verschönern

Milena Preradovic (55) war erste Moderatorin des erfolgreichen RTL-Mittagsmagazins "Punkt 12" - sie war Gründungsmitgleid von Rudi Carrells frecher, satirischer Wochenschau "7 Tage 7 Köpfe" und hat nicht nur damit TV- Geschichte geschrieben...

Wuppertal, 08.05.2018 - Für Sender wie Sat1 hat die gefragte Journalistin Milena Preradovic News- und Polit-Magazine sowie Talk Shows moderiert. In ihrer regelmässigen STADTZEITUNGS-Kolumne "Milenas 50 plus" setzt sie sich gewohnt witzig und humorvoll mit dem Älterwerden auseinander:

„Aber das hab ich Dir doch gesagt! Ganz sicher!“ Vorwurfsvoll flutet der Satz den Raum – und ich verzweifle. Wovon redet die Kollegin da? Ich erinnere mich null an diese angebliche Absprache…

Vor fünf Jahren hätte ich der Tante ordentlich Bescheid gesagt. Heute allerdings…

Es ist nämlich nicht das erste Mal, dass mir das passiert. Dass ich einfach etwas vergesse. Geschieht nicht oft, aber es geschieht. Der Unterschied zu früher – die Erinnerung kommt nicht zurück.

Sie ist weg. Komplett. Total. Nie passiert. Geht es nur mir so? Ist das der Anfang vom Ende? Gab's da nicht erst letztens einen Film, in dem Julianne Moore mit 50 Alzheimer bekommen hat?
Hysterisch werden macht keinen Sinn – also ruf ich erstmal ein paar Altersgenossen an. Nach vier Telefonaten bin ich schlauer und auch erleichtert.

Denn alle kennen es – das schwächelnde Gedächtnis. Und alle sind froh, daß es nicht nur ihnen so geht.

Ich lerne: Wir sollten mehr miteinander reden. Über die Veränderungen, die das Alter mit sich bringt. Über unseren Körper, über schüttere Haare, unseren zickigen Verstand und, und, und…

Mit 30 erreicht das menschliche Gehirn seine größte Leistungsfähigkeit. Eigentlich schade, dass wir in dem Alter noch so doof sind…

Mit 50 – wenn Erfahrung und Reife uns endlich zu besseren Wesen gemacht haben – tja, dann beginnt der Abbau von Zellstrukturen.

Als erstes schwächelt das Kurzzeitgedächtnis. Und wir tun uns schwerer, Erlerntes auch zu behalten und im großen Computer abzuspeichern.

Die schlechte Nachricht, Freunde: es wird nicht mehr besser…

Aber das ist der Lauf der Dinge und darüber grämt sich nur, wer nie wieder glücklich werden will.

Also was soll's. Was ich mir merken muss, schreib ich mir auf. Und ansonsten halt ich's mit dem französischen Philiosophen Honoré de Balzac: Die Erinnerungen verschönern das Leben, aber das Vergessen allein macht es erträglich.

Ihre Milena Preradovic

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