Sylvia Meyer (Die Grünen) Sylvia Meyer (Die Grünen) Foto: Die Grünen

Wahl-Check: Sylvia Meyer (Die Grünen)

Unser Redakteur Jan Filipzik hat für Sie die Wuppertaler Bundestags-Kandidaten unter die Lupe genommen und sie gefragt, was sie für Wuppertal erreichen wollen, sollten sie am 24.09. gewählt werden. Wir stellen Ihnen die Kandidaten und ihre Ziele in unserer Serie "Wahl-Check" vor:

Aus unserer September-Print-Ausgabe - Wuppertal, 12.09.2017 - Heute kommt Sylvia Meyer (Die Grünen) zu Wort.

Beruf:
Fraktionsgeschäftsführerin "Der Grünen" Wuppertal

Alter:
54 Jahre

DS: Für welches Thema stehen Sie hauptsächlich ein?

Sylvia Meywer: "Mir sind vor allem die Handlungsfähigkeit der Kommunen und die Geschlechtergerechtigkeit wichtig."

DS: Warum ist Ihnen das Thema so wichtig?

Sylvia Meyer: "Handlungsfähige Städte: Als Geschäftsführerin der GRÜNEN im Rat weiß ich, welche Unterstützung unsere Stadt braucht, damit wir gestalten können und nicht vor allem Schulden verwalten müssen. Deshalb werde ich mich im Bundestag für einen Altschuldenfonds einsetzen, um arme Städte wie Wuppertal von der drückenden Schuldenlast zu befreien. Wir GRÜNE wollen die Kommunen auch spürbar von den Sozialausgaben entlasten, um den Kommunen so das tägliche Geschäft zu erleichtern. Dadurch erhält unsere Stadt endlich den finanziellen Spielraum für nötige Investitionen in Radwege, in den Ausbau des ÖPNV, für genügend KiTa-Plätze, für die Sanierung von Spielplätzen, für Zuschüsse im Sozialbereich und für Kultur. Männer erhalten für ihre Arbeit 21% mehr Lohn als Frauen. Diese Lücke muss geschlossen werden. Wir GRÜNE wollen eine bessere Bezahlung von typischen Frauenberufen wie Pflegekräften und Erzieher*innen. Damit begegnen wir auch dem Personalmangel in diesen Jobs. Wir wollen ein Entgeltgleichheitsgesetz und eine Frauenquote, die funktioniert."

DS: Was sind andere Themen, für die Sie sich einsetzen möchten?

Sylvia Meyer: "Der Schutz der Verbraucher*innen ist mir ebenfalls sehr wichtig. Medikamente und Insektizide gehören nicht in Lebensmittel. Ich befürchte, dass die Verbraucher*innen z.B. zwei aktuelle Skandale ausbaden müssen: Der Diesel-Gipfel hat gezeigt, dass die Autoindustrie von der Bundesregierung aus CDU/CSU und SPD nicht zur Verantwortung für den Diesel-Skandal gezogen wird, ein wenig Software-Anpassung hilft kaum. Auch wenn steigende Kosten für Trinkwasser von den Kund*innen bezahlt werden sollen, wird das Prinzip der Verursachung auf den Kopf gestellt, denn die Kosten werden durch die Verunreinigung des Grundwassers mit Nitrat steigen, also müssen eigentlich die Agrarunternehmen zahlen, die übermäßig Gülle ausbringen. Ich will mich dafür stark machen, dass derartige Lobbywirtschaft ein Ende hat und Verursacher dauerhaft zur Verantwortung gezogen werden."

DS: Was können Sie besser als die anderen Kandidaten?

Sylvia Meyer: "Von allen im Bundestag vertretenen Parteien bin ich in Wuppertal die einzige Frau, die kandidiert. Bei uns GRÜNEN ist die Gleichberechtigung Programm, deshalb bin ich auch vor Jahren Mitglied geworden. Als Frau kann ich mich authentisch für die Rechte von Frauen und deren Umsetzung engagieren. Ansonsten können wir GRÜNE besonders gut Themen in die gesellschaftliche Debatte bringen und auch langfristig umsetzen. Beispiele dafür sind die Ehe für alle, der Atomausstieg und hoffentlich auch die ökologischen Modernisierung, der Ausstieg aus der Kohle und den Tierschutz."

DS: Wie rechnen Sie sich Ihre Chancen bei der Wahl aus?

Sylvia Meyer: "Da ich nicht über die Landesliste abgesichert bin, brauche ich die Mehrheit der Erststimmen aller Wähler*innen in meinem Wahlkreis, um direkt in den Bundestag einzuziehen. Das hat für die GRÜNEN bislang nur Christian Ströbele geschafft, der jetzt leider aus dem Bundestag ausscheidet. Ich möchte gern in seine Fußstapfen treten."

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