Bernhard Sander (Die LINKE) Bernhard Sander (Die LINKE) Foto: Die LINKE

Wahl-Check: Bernhard Sander (Die LINKE)

Unser Redakteur Jan Filipzik hat für Sie die Wuppertaler Bundestags-Kandidaten unter die Lupe genommen und sie gefragt, was sie für Wuppertal erreichen wollen, sollten sie am 24.09. gewählt werden. Wir stellen Ihnen die Kandidaten und ihre Ziele in unserer Serie "Wahl-Check" vor:

Aus unserer September-Print-Ausgabe - Wuppertal, 13.09.2017 - Heute kommt Bernhard Sander (Die LINKE) zu Wort.

Alter und Beruf:

Bernhard Sander: "Fast wie der amerikanische Präsidentschaftsbewerber. Mit 62 Jahren bin ich aber etwas jünger als mein US-Namensvetter Bernie Sanders. Ich bin Diplom-Politologe und bin im Personalbereich eines Wuppertaler Unternehmens angestellt. Seit vielen Jahren vertrete ich die Wählerinnen und Wähler der LINKEN im Stadtrat."

DS: Für welches Thema stehen Sie hauptsächlich ein und warum ist Ihnen das Thema so wichtig?

Bernhard Sander: "Ich habe zwei thematische Schwerpunkte. Als Stadtrat bringe ich nach Berlin mit die ausgetrockneten Finanzen der Kommunen. Die LINKE wird die Wahlprüfsteine des Wuppertaler Kämmerers positiv beantworten: Wir wollen höheren strukturellen Beteiligung bei den Kosten für die Unterkunft. Wir wollen eine dauerhaften Beteiligung des Bundes an den Investitionsmaßnahmen der Städte. Wir wollen einen Altschuldenfonds. Der Schuldenabbau ohne Unterstützung von Bund und Land wäre beim jetzigen Tempo ein Werk der kommenden Jahrhunderte. Und Die LINKE will darüber hinaus eine Gemeindewirtschaftssteuer, die die untaugliche Gewerbesteuer ablöst. Die Haushaltsprobleme Wuppertals sind nicht hausgemacht sondern durch den Strukturwandel und politische Entscheidungen auf Bundesebene entstanden. Alle Bundesregierungen der letzten 25 Jahre haben den Kommunen Aufgaben aufgehalst, ohne die entsprechende Finanzausstattung bereit zu stellen. Und ich will über Europa sprechen. Seit vielen Jahren schreibe ich über unsere westlichen Nachbarländer Frankreich, Belgien, die Niederlande, und bin ich an der sozialen Neugründung Europas sehr interessiert. Seit der Montan-Union bemühen sich europäische Länder darum, dieses Deutschland, von dem immer wieder Kriege ausgingen, in einer politische Ordnung einzubinden, damit seine ökonomische Dominanz nicht noch einmal in militärische Aggressivität umschlägt. Und diese Friedensordnung hat sich weitgehend 40 Jahre lang bewährt. Aber heute ist diese Konstruktion Europa für viele zu einer Drohung geworden. Wir alle genießen die Vorzüge einer einheitlichen Währung, aber die Institutionen der Währungsunion haben sich in den europäischen Verträgen verselbständigt, werden nicht durch demokratische Institutionen kontrolliert und gelenkt. Diesen Mangel bekommen wir alle zu spüren. Die Freiheit des Kapitalverkehrs pervertiert zur Freiheit der Arbeitsplatzverlagerung."

DS: Was können Sie besser als die anderen Kandidaten?

Bernhard Sander: "Ich halte bei allen meinen Entscheidungen die sozialen Interessen der vermögenslosen Schichten in unserem Land im Blick und im Zentrum des politischen Handelns. Dieser soziale Kompass ist meine Stärke."

DS: Wie rechnen Sie sich Ihre Chancen bei der Wahl aus?

Bernhard Sander: "Die Linke hat in Wuppertal immer gute Ergebnisse erzielt. Mir geht es weniger um einen persönlichen Erfolg sondern darum, im Wahlkampf die Fragen der sozialen Gerechtigkeit zu stellen. Für Die Linke ist die Zweitstimme die entscheidende, denn es geht darum, neue Möglichkeiten für die soziale Gestaltung zu eröffnen. Das wird uns umso besser gelingen, je weniger wir uns durch religiöse Orientierungen, nationale Herkunft oder ethnische Zugehörigkeit und kulturelle Vorbehalte spalten lassen."

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