Jeffrey Boomhouwer war bester Torschütze beim BHC Jeffrey Boomhouwer war bester Torschütze beim BHC Foto: BHC 06

24:32 - Löwen für Kieler zu zahm

Der Bergische HC unterlag beim THW Kiel deutlich mit 24:32 (11:17). Zwar hatten die Löwen immer wieder gute Phasen, doch um zum ersten Mal gegen den Deutschen Rekordmeister zu gewinnen, fehlte es an Durchschlagskraft.

Wuppertal, 28.04.2019 - Zu viele eigene Fehler des BHC luden die Gastgeber zum Tempospiel ein, dass sie konsequent nutzten.

Auch den besseren Start in die Begegnung erwischte der THW. Gleich die erste Chance verwertete Harald Reinkind. In der Folge kamen die Löwen kaum zu zwingenden Gelegenheiten. Sie taten sich schwer gegen die 3:2:1-Deckung, erarbeiteten sich kaum gute Chancen und verloren den Ball auch teilweise im Aufbau. Erst in der siebten Minute gelang Max Darj das erste Tor für den BHC. Auch das zweite ging auf das Konto des Schweden. Der 6:2-Zwischenstand für die Hausherren spiegelte den Spielverlauf jedoch recht gut wider.

Nachdem der THW auf eine 6:0-Abwehr umgestellt hatte, nahm Trainer Sebastian Hinze seine erste Auszeit. Und gegen die defensivere Variante kamen die Gäste zunächst viel besser klar. Jeffrey Boomhouwer verkürzte auf 3:6 und bestrafte wenig später einen Ballverlust mit einem Gegenstoß, bei dem er seine ganze Schnelligkeit ausspielte. Mit jeder Minute kamen auch die Bergischen defensiv besser in die Partie. Daran änderte auch eine Zeitstrafe gegen Csaba Szücs nichts. So nutzte Boomhouwer einen Ballgewinn zum Wurf ins leere Tor, und auch Darj' 8:9 resultierte aus dem Tempospiel der Gäste.

Per Doppelschlag von Arnor Gunnarsson glichen die Löwen aus. Beim 10:10 schien in der Kieler Sparkassen-Arena alles möglich zu sein. Gegen den eingewechselten Niklas Landin zwischen den Pfosten lief allerdings nicht mehr viel. Neben Fehlwürfen kamen erneut ein paar Ballverluste hinzu, die die Hausherren eiskalt bestraften. Bis zum 17:11-Pausenstand für den THW war nur noch Tomas Babak für die Löwen erfolgreich.

Nach Wiederanpfiff verkürzten Linus Arnesson, Arnor Gunnarsson und nochmals Arnesson zwar auf 14:17, aber die Norddeutschen fanden ein Mal mehr die passende Antwort. Nikola Bilyk drehte im Rückraum auf und traf auch, wenn die Kieler dringend mal wieder ein Tor benötigten. Kristian Nippes und Fabian Gutbrod stellten noch zwei Mal auf drei Tore Abstand, aber für eine Sensation kamen die Löwen nicht mehr in Frage. Dafür rieb sich der BHC zu sehr an der THW- Deckung auf, verlor Bälle, lief damit ins Kieler Tempospiel hinein - und auch Landin parierte immer wieder entscheidend.

Zwischendurch führten die Gastgeber sogar 26:18 - und Bastian Rutschmann entschärfte im BHC-Gehäuse dabei sogar noch viele Bälle. Die Bergischen steckten zwar nicht auf, aber dass die Hoffnung auf eine Wende in den letzten 15 Minuten nicht mehr groß war, ließ sich auch auf dem Feld ablesen. So war der Rückzug nicht mehr mit dem sonst üblichen der der Mannschaft zu vergleichen. Hinze gönnte in der Schlussphase allen Spielern Einsatzzeit. So kamen auch Yannick Fraatz und Max Bettin noch zu ein paar Minuten in der stimmungsvollen Sparkassen-Arena.

Stimmen zum Spiel

Sebastian Hinze: "Es war ein verdienter Sieg des THW. Wir sind nur schwer in die Partie gekommen, haben da aber nur Kleinigkeiten nicht gut gemacht. Sicherlich hat es mit Fabian Gutbrod gegen die 3:2:1-Deckung nicht so gut funktioniert. Mit Tomas Babak haben wir dann gute Lösungen gefunden - auch gegen die 6:0-Abwehr. Zwei Überzahl-Situationen haben wir dann gut genutzt, um zurück ins Spiel zu kommen. Wir haben es leider nicht geschafft, den Fokus zehn Minuten vor der Halbzeit bei hundert Prozent zu halten und sind dafür gnadenlos bestraft worden. Denn Kiel hat sehr gut gedeckt und ein überragendes Tempospiel gehabt. Wir hatten selten so große Probleme mit unserem organisierten Rückzug wie heute. Ich kann mich in dieser Saison jedenfalls nicht daran erinnern. Es war der entscheidende Punkt, dass wir es nicht so oft geschafft haben, Kiel in unserer Positionsabwehr entgegenzunehmen. Auf der anderen Seite hat Kiel unseren Innenblock sehr gut bewegt. Wir standen dann oft hinter Wiencek und waren sehr angreifbar. Zwei Mal 15 Minuten war es sehr ordentlich, aber das reicht nicht, um in Kiel um Punkte zu kämpfen. Wir haben ein bisschen was zu besprechen, aber es war auch nicht alles schlecht bei uns. Um es eng zu halten, war es aber nicht genug."

Alfred Gislason: "Ich bin sehr zufrieden. Wir wussten, dass ein sehr guter und schwer zu knackender Gegner auf uns zu kommt. Wir haben gut und konstant gespielt mit einer super Abwehr und viel Disziplin vorne. Insgesamt haben wir immer wieder Lösungen gefunden; erstmal in der 3:2:1-Deckung. Dann hatten wir eine Phase, in der Andi (Andreas Wolff) Schwierigkeiten im Tor hatte und wir vorne zu viele Fehler gemacht haben. Niklas Landin hat uns dann sehr geholfen, und wir haben in der 6:0-Abwehr sehr stabil gestanden. Vorne war Nikola Bilyk stark, aber wir haben insgesamt sehr konzentriert gespielt."

Jörg Föste: "Wir können es grundsätzlich akzeptieren, in Kiel zu verlieren. Ein wenig wurmt es uns, dass wir in beiden Phasen, in denen der THW wegzieht, ein bisschen mit den eigenen Waffen geschlagen werden. Es gab eine Vielzahl von 1:0-Kontern, die wir nicht verteidigt bekommen haben. So entscheiden wir eigentlich gerne Spiele für uns. Unter dem Strich war es ein Spiel, aus dem man Lehren ziehen kann. Wir haben jetzt vier Tage Zeit, um es gegen Berlin besser zu machen."

THW Kiel - Bergischer HC 32:24 (17:11)

THW Kiel: Landin, Wolff - Duvnjak, Reinkind (4), Jacobsen, Firnhaber, Weinhold (1), Wiencek (5), Ekberg, Rahmel (2), Dahmke (3), Zarabec, Bilyk (10), Pekeler (6), Nilsson (1). Trainer: Alfred Gislason

Bergischer HC: Rudeck, Rutschmann - Boomhouwer (4), Kotrc (2), Gutbrod (2), Bettin, Babak (1), Arnesson (3), Szücs, Darj (3), Petrovsky (2), Baena, Nippes (3), Criciotoiu, Gunnarsson (3), Fraatz (1). Trainer: Sebastian Hinze

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