Sehr nachdenklich: Die Vorstandsmitglieder Melanie Drees und Alexander Eichner bei der Jahreshauptversammlung Sehr nachdenklich: Die Vorstandsmitglieder Melanie Drees und Alexander Eichner bei der Jahreshauptversammlung Foto: Jochen Classen

JHV: Eichner soll 'Pflegefall' WSV retten

Der WSV steht weiterhin am Abgrund! Das führte Alexander Eichner den 473 Mitgliedern am gestrigen Abend (08.04.) bei der Jahreshauptversammlung in der HAKO Event Arena noch einmal deutlich vor Augen.

Wuppertal, 09.04.2019 - Bislang hatte Eichner den Vorstand des angeschlagenen Regionalligisten nach den Rücktritten von Lothar Stücker, Manuel Bölstler und zuletzt auch Maria Nitzsche nur kommissarisch geleitet. Der neue Verwaltungsrat wählte den erfolgreichen Unternehmensberater und seine Mitstreiterin Melanie Drees (Finanzen) am frühen Dienstagmorgen für zwei Jahre in den Vorstand. Beide nahmen die Wahl an. Der Wuppertaler SV dürfte einer der schwersten Sanierungsfälle in Alexander Eichners bisheriger Karriere werden. Er hatte den WSV vor gut vier Jahren schon einmal vor dem Untergang bewahrt. 

Eichner ist ein Mann der klaren Analyse und er schonungslosen Worte: "Die Insolvenz wird ein ständiger Begleiter sein", erklärte er messerscharf. Ein Satz, der jedem echten WSV-Fan weh tun dürfte.

Laut Eichner - so das Sportmagazin "Reviersport" - drücken den WSV Schulden von über einer Million Euro, die bis Juni auf 1,4 Millionen Euro anwachsen könnten. Denn: Dem WSV fehlt trotz der erfolgreichen Crowdfunding-Aktion und der jüngsten 100.000-Euro-Spritze weiterhin Geld, um die Saison bis zum 30. Juni finanziell über die Bühne zu bringen.

"Wir haben den Mai geregelt. Der Juni ist aber noch offen mit 100.000 bis 200.000 Euro. Ich versuche Optionen aufzuzeigen, die der Verein in der schwierigen Situation noch hat. Wir müssen mit den Verwaltungskosten runter. Unter 100.000 Euro. Jede Position muss in Frage gestellt werden. Wenn ich sage alle, meine ich alle", erklärte Alexander unmissverständlich."

Als wenn das alles noch nicht schlimm genug wäre. Jetzt soll der WSV auch noch ein Fall für die Steuerfahndung geworden sein.

Die zurückgetretenen Vorstände Lothar Stücker und Manuel Bölstler wurde von den Mitgliederversammlung nicht entlastet. Ebenso große Teile des ehemaligen Verwaltungsrates.

Zu später Stunde wählten die über 450 WSV-Mitglieder dann doch noch einen neuen Verwaltungsrat.

Gewählt wurden: Christian Vorbau (254 Stimmen) - Carsten Kulawik (253) - Horst Willich (248) - Mike Klamke (244) - Ralf Dasberg (223) - Norbert Müller (221) - Carsten Sander (217) - Harald Lucas (209) - Christian Scheib (207) - Gunnar Falkenberg (171) - Felix Blaschke (164) - Sven Lesser (159) - Dr. Jürgen Hoß.

Da Dr. Jürgen Hoß (283) die Wahl nicht annahm, vermutlich weil er von der Mitgliederversammlung zuvor nicht entlastet worden war, rückte Dennis Jung (149 Stimmen) nach.

Der neue Verwaltungsrat wählte die bislang kommissarischen Vorstände Alexander Eichner und Melanie Drees für zwei Jahre in das Führungsgremium des WSV. Beide nahmen die Wahl an. Der Wuppertaler SV ist somit weiter handlungsfähig. 

Außerdem beschlossen die stimmberechtigten Mitglieder mit großer Mehrheit eine außerordentliche Mitgliederversammlung, die am 28.05.2019 stattfindet. Hier soll u.a. darüber abgestimmt werden, ob der Spielbetrieb der ersten Mannschaft ausgegliedert werden soll.

Bei all den Problemen wird es fast zur Randnotiz, dass der WSV immer noch - durchaus - erfolgreich Fußball spielt. Am Mittwoch (10.04.) trifft die Mannschaft von Interimstrainer Pascal Bieler um 19:30 Uhr im Stadion am Zoo im Halbfinale des Niederrheinpokals auf den Oberligisten 1. FC Monheim. Bei einem Sieg haben die Wuppertaler das auch finanziell recht lukrative Finale gegen den Drittligisten KFC Uerdingen erreicht. 

 

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