Kommt der DFB in der Weihnachtszeit zur Besinnung? Grafik Benedikt Bergenthal

Kommt der DFB in der Weihnachtszeit zur Besinnung?

Hoffentlich kommt der DFB in der Weihnachtszeit zur Besinnung! Tim Rausch beschäftigt sich in seiner Fußball-Kolumne mit dem Thema Anstoßzeiten.

Aus unserer Dezember-Print-Ausgabe - Wuppertal, 19.12.2018 - Weihnachtszeit, eine Zeit der Besinnung und Nächstenliebe. Eine Zeit, in der vergeben und vergessen wird. Den Fußball lassen diese Traditionen in den ersten Tagen des Dezembermonats kalt. Zu groß ist die Spaltung zwischen DFB und den Fans. An Nächstenliebe ist für viele nicht mehr zu denken. Immer wieder wird dem DFB vorgeworfen, nur den finanziellen Aspekt der beliebtesten Sportart Deutschlands zu sehen und zu selten werden die gesehen, die die Sportart zur beliebtesten machen - die Fans.

Nach zahlreichen einzelnen Protesten, besonders gegen die „Spieltagszerstückelung“ (z.B in der 1. Bundesliga: Montagsspiele, drei Spiele am Sonntag...) kam es vergangenes Wochenende zu einer der größten Protestaktionen, an die ich mich erinnern kann. Quer durch alle Ligen schwiegen die Fans für 45 Minuten, ehe sie ihre Mannschaften wieder anfeuerten.

Auch beim Derby WSV gegen Rot-Weiß Essen kamen Proteste von den Rängen: „Vereine, ihr habt es in der Hand - Montagsspiele abschaffen!!!", hieß es auf einem der Plakate. Viel Verständnis gab es von Spielern und Trainern der Bundesligisten für diese Aktion: „Ich würde alle Spiele am Montag total verbieten. Das ist lächerlich", sagte Lucien Favre, Trainer des BVB.

Er fuhr fort: „Ich bedauere es für uns, weil sie uns viel bringen, wenn sie da und laut sind. Wir haben das gern und brauchen das". Angesprochenen auf den Stimmungsboykott sagte WSV-Trainer Adrian Alipour: "Der Protest war bundesweit. Ich finde das schade. Die Frage ist, inwiefern man damit etwas beeinflusst. Aber wenn alle Fanszenen mitziehen, muss man sich solidarisieren. Aber schade natürlich, dass es so ein Spiel trifft."

Immerhin werden die Montagsspiele zur Saison 2021/2022 wieder abgeschafft. Vielleicht nutzt der DFB die Weihnachtszeit zur Besinnung und geht wieder auf die zu, die den Fußball über alles lieben - die Fans.

Ihr Tim Rausch

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