Gunnarsson zeigte wie so oft eine starke Leistung und traf achtmal Gunnarsson zeigte wie so oft eine starke Leistung und traf achtmal Foto: Jochen Classen

Löwen feiern Sieg-Premiere gegen Leipzig

Fünf Heimspiele, fünf Siege, 14:4-Punkte - Der Bergische HC setzt gegen den SC DHfK Leipzig seinen Traumstart in der DKB Handball-Bundesliga fort und gewinnt mit 27:23 (14:12).

Wuppertal, 11.10.2018 - Mit 27:23 feiern die Löwen in ihrem ersten Heimspiel in der Unihalle Sieg-Premiere gegen die Ostdeutschen. In der Elite-Liga war es der erste Erfolg über die Leipziger überhaupt.

Bereits der Start war bombastisch. Gleich den ersten Leipziger Abschluss parierte Christopher Rudeck, Csaba Szücs besorgte das 1:0 auf der anderen Seite. Nachdem die Gäste gegen die BHC-Deckung auch in den nächsten beiden Angriffen überhaupt kein Mittel gefunden hatten und Jeffrey Boomhouwer per Gegenstoß erhöht hatte, nahm Gäste-Coach André Haber seine erste Auszeit.

Es verging noch eine Weile, bevor die Hausherren beim 3:1-Zwischenstand zum ersten Mal im Positionsangriff agieren mussten. In dem lief es nicht ganz so reibungslos wie beim Tempospiel, das die Mannschaft in der ersten Hälfte über weite Strecken durchdrücken konnte.

Linus Arnesson setzte sich ein paar Mal eindrucksvoll durch, aber auch Max Darj wurde am Kreis in Szene gesetzt. Die größte Stärke blieb allerdings die Deckung, in der Szücs nicht nur im Zentrum agierte, sondern auch aus der zweiten Welle immer wieder erfolgreich nach vorne spielte.

Bitter war die rote Karte gegen Leos Petrovsky. Der Tscheche war gerade erst eingewechselt worden und leistete sich ein Foul an Niclas Pieczkowski. Der Feldverweis brachte die Gäste auf 7:9 heran. Zur Pause hätten die Löwen trotzdem höher als mit 14:12 führen können. 

Es trug zur Beruhigung bei, dass Jeffrey Boomhouwer gleich den ersten Angriff von Linksaußen im Netz unterbrachte und Christopher Rudeck seine gute Leistung mit einer weiteren wichtigen Parade fortsetzte. Symptomatisch für die Partie war der erste Leizpiger Treffer nach der Pause zum 13:16. Maximilian Janke traf, aber die Löwen spielten blitzschnell nach vorne und trafen postwendend durch Arnor Gunnarsson. Linus Arnesson stellte in der Folge sogar auf 18:13.

Die Weichen waren damit auf Sieg gestellt. Aber gemütlich wurde es für die Bergischen nicht. Die Leipziger kamen noch einmal auf 18:16 heran. Gunnarsson verwertete aber den nächsten Angriff. Und Rudeck hielt ein Mal mehr frei und riskierte bei der anschließenden Balleroberung Kopf und Kragen. Der Keeper blieb Sieger.

Die Partie blieb dennoch dramatisch, und vorne mühte sich der BHC nun oft, zum Abschluss zu kommen. Kristian Nippes traf per Schlagwurf, Linus Arnesson nutzte zwei Mal seine individuelle Qualität beim Sprungwurf, aber Leipzig blieb dran. Mit der Einwechslung von Lukas Stutzke im Rückraum und Deckungszentrum überraschte Hinze, aber vorne fanden die Löwen in dieser Phase weiterhin kaum Mittel. Es wurde sogar noch einmal eng: Niclas Pieczkowski verkürzte für die Gäste auf 21:22.

Wurde der BHC nun nervös? Zumindest nicht Arnesson, der unbeeindruckt wieder auf zwei Tore Unterschied stellte. Der heiß gelaufene Rudeck hielt, Gunnarsson erhöhte auf 24:21, Rudeck parierte wieder. Das sollte doch jetzt reichen - und so war es auch. Am Ende wurde es die Linus-Arnesson-Show. Bei seinem neunten und letzten Treffer riss der Schwede die Arme in der Euphorie nach oben - eine seltene Gefühlsregung des kühlen Spielmachers. Mit spielentscheidend: BHC-Torhüter hielt 42,5 % der Bälle, die auf sein Tor kamen. Sein Gegenüber nur 18,2 %.

Der BHC belegt nach 9 Spieltagen mit stolzen 14:4 Punkten den 4. Platz der Handball-Bundesliga.

Stimmen zum Spiel

Andre Haber: „Herzlichen Glückwunsch zum verdienten Sieg. Außer beim 0:0 stand es nie Unentschieden, so dass wir verdient verloren haben. Ein Mal waren wir noch dran in der zweiten Halbzeit. Da hatten wir unsere Deckung stabilisiert und den Gegenstoß des BHC besser im Griff. Aber in der ersten Halbzeit ist uns das gar nicht gelungen. Das war zu wenig, so dass uns der BHC enteilt ist. “

Sebastian Hinze: „Es war ein sehr gutes Spiel meiner Jungs. Wir haben eine überragende Abwehr gespielt und den Gegner nicht in die Nahdistanz kommen lassen. Das ist die große Stärke von Christopher Rudeck, der es mit seinen Paraden auch gezeigt hat. Wir haben unheimlich stark im Innenblock gearbeitet, das Tempospiel war stark. Wir hätten uns in der ersten Halbzeit sogar noch mehr belohnen können. In der zweiten Halbzeit decken wir so weiter, müssen dann aber gegen die starke Leipziger Deckung anrennen. Als wir vorne ein einfaches Tor benötigt haben, war Linus (Arnesson) dann da und hat die Dinger reingeknallt. Denn wir wurden dann doch etwas müde, haben die Zweikämpfe nicht gewonnen. Ich glaube, es war eine der besten Abwehrleistungen, die wir jemals zu Hause gesehen haben.“

Bergischer HC – SC DHfK Leipzig 27:23 (14:12)

Bergischer HC: Rudeck, Rutschmann – Boomhouwer (4), Bettin, Stutzke, Arnesson (9), Babak, Szücs (3), Darj (2), Baena, Petrovsky, Nippes (1), Criciotoiu, Majdzinski (2), Gunnarsson (6), Fraatz. Trainer: Sebastian Hinze

SC DHfK Leipzig: Villadsen, Putera – Semper (3), Wiesmach Larsen, Jurdzs (1), Krzikalla, Binder (3), Janke (8), Pieczkowski (1), Roscheck, Weber, Remke, Gebala (1), Milosevic (3), Santos (3/3). Trainer: Andre Haber.

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