Günter Pröpper und Peter Nocke testen die Trasse Günter Pröpper und Peter Nocke testen die Trasse Kurt Keil

Trassentest

Zwei Wuppertaler Sport-Legenden waren für uns auf der Nordbahntrasse unterwegs. Peter Nocke und Günter Pröpper haben sich wacker geschlagen.

Das Wasser war sein Element – sein Begleiter betrachtete dagegen früher die gegnerischen Strafräume als sein Wohnzimmer. Doch diesmal haben Ex-Schwimm-Star Peter Nocke (59) und Ex-Torjäger Günter Pröpper (73) ein gemeinsames Ziel vor Augen.

Die beiden Wuppertaler Sport-Legenden testen für „Die Stadtzeitung" die Nordbahntrasse. Und das bei strahlendem Sonnenschein. Eine schweißtreibende Sache. Peter Nocke („Ein guter Schwimmer ist nun einmal ein schlechter Läufer") schwingt sich auf sein Mountainbike. „Meister Pröpper", wie er zu glorreichen Zeiten von den Fans liebevoll genannt wurde, trägt seinen Lieblings-Trainings-Anzug, auf den noch die Initialen „GP" für Günter Pröpper aufgedruckt sind. Er will lieber laufen, so wie früher unter Horst Buhtz beim Training im Stadion am Zoo.

Unsere Trassen-Tester starten in der Nähe von Schloß Lüntenbeck. Körperlich sind sie beide noch gut in Form, Schwimmer Peter Nocke (einmal Weltmeister, neunmal Europameister, 2mal Bronze bei Olympia 1976 in Montreal) und der Ausnahme-Kicker „Pröppi", der in insgesamt 294 Profi-Pflichtspielen 182 mal traf und in 87 Bundesliga-Spielen für den Wuppertaler SV 39 Tore erzielte.

„Die Trasse ist klasse".

Die beiden Idole sind beeindruckt von der landschaftlichen Schönheit der Nordbahntrasse, obwohl vielerorts am Rande der asphaltierten Strecke noch Bagger und Planierraupen im Einsatz sind. Peter Nocke. „Wo gibt es das schon, dass auf man auf einer grünen Strecke die gesamte Stadt durchqueren kann – egal ob als Wanderer, Spaziergänger, Jogger, auf Roller-Blades, auf dem Skateboard oder mit dem Fahrrad. Sogar für Mütter mit Kinderwagen ist die Piste geeignet. So schön die Strecke jetzt schon erscheint, im Sommer ist sie ein absoluter Traum."

Und auch Günter Pröpper findet bei der Rast im kleinen Cafè der Weinquelle Hornig, einen Katzensprung vom Ottenbrucher Bahnhof entfernt, nur lobende Worte: „Ich kann den Einsatz von Trassen-Initiator Dr. Carsten Gerhardt und seinen vielen Mitstreitern nur bewundern. Beeindruckend, was sie für die Stadt Wuppertal und ihre Bürger geschaffen haben. Einen schöneren Wanderweg oder eine attraktivere Joggingstrecke gibt es nicht."

Gut gestärkt macht sich unser Tester-Duo wieder auf den Weg. Vorbei an dem sehr gelungenen Pina-Bausch-Graffiti vor dem Tunnel Dorrenberg, vorbei am Bahnhof Mirke und der Hamburger Straße, der Straßenflucht, die Star-Regisseur Tom Tykwer als San Francisco Wuppertals bezeichnete, vorbei am Loh. Zugegebenermaßen: Die komplette Trassenlänge von 23,2 Kilometern wollen sich Günter Pröpper und Peter Nocke nun doch nicht zumuten. Auch Legenden haben keine Pferdelungen. Der Schwimmer und der Fußballer geloben, dass sie demnächst wiederkommen, dann aber beide mit dem Fahrrad. Die Sportskanonen bemängeln das Fehlen von Toiletten sowie von Lokalen und Kiosken an weiten Teilen der Strecke – aber das kann ja noch kommen. Aber immerhin hat die Stadtsparkasse die Strecke mit einer Reihe von Geldautomaten versorgt – zu finden in einer sehr informativen Broschüre rund um die Nordbahntrasse.

Peter Nocke gibt allen Trassen-Nutzern eine Warnung mit auf den Weg: „Am Wochenende, wenn der Andrang besonders groß ist, sollte man eigentlich auch hinten Augen haben, um nicht über den Haufen gefahren zu werden. Da ist wirklich Vorsicht und Rücksicht geboten." Abgesehen von diesen Mängeln fällt das Fazit von Peter Nocke und Günter Pröpper unter dem Strich dennoch sehr positiv aus. Die Helden vergangener Tage unisono: „Die Trasse ist klasse".

Peter Pionke

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