Das Trio "Day & Taxi" Das Trio "Day & Taxi" Foto: Gerry Hemingway

'Day & Taxi' machen Station im ORT

Am 26.09. wird sich Alice Boivin, diesjährige Artist in Residence, mit einer Tanzperformance im ORT verabschieden. Im Oktober stehen weitere kulturelle Highlights auf dem Programm.

Wuppertal, 06.09.2019 - Weiter geht es am 01. Oktober mit einem spannenden Konzert der argentinischen Pianistin und Klangkünstlerin Fabiana Galante und dem Perkussionisten Luis Conte. Die Oktober-Folge der beliebten Filmreihe "cine:ort" widmet sich am 10.10. der großartigen Sängerin Nina Simone. Ein Doppelkonzert mit der Stimmkünstlerin Mascha Corman sowie dem Schweizer Trio Day & Taxi beschließt das Oktoberprogramm am 26.10.2019.

Fabiana Galante & Luis Conde

Fabiana Galante, Pianistin, Improvisatorin und Klangkünstlerin aus Buenos Aires, arbeitet seit den 1990er Jahren in Argentinien in der zeitgenössischen Musikszene. Ihre Arbeit reicht von Soloabenden, Kammermusik und einer Vielzahl von Multimedia-Projekten mit Tänzern wie dem international renommierten japanischen Butoh-Tanzschöpfer Kazuo Ohno.

Außerdem kooperiert sie mit Künstlern und Filmemachern bis hin zu experimenteller und improvisierter Musik mit neuen Technologien (u.a. in Argentinien, Chile, Brasilien, Schottland, Norwegen, Österreich, Schweiz, USA und Deutschland).

Derzeit unterrichtet Fabiana Galante an der Universität Tres de Febrero in Argentinien und der Escuela Universitaria de Música in Uruguay.

Bevor sie in diesem Herbst mit namhaften internationalen Musikern und Künstlern in Norwegen und Schottland zusammenarbeitet, macht Fabiana Galante Station im ORT und spielt hier mit ihrem Landsmann, dem Saxofonisten und Multiinstrumentalisten Luis Conde.

Dienstag, 01.10.2019 - 20 Uhr


"What Happened, MIss Simone?" - Ein Film von Liz Garbus (2016)

„What Happened, Miss Simone?“ schildert die zahllosen Höhen und Tiefen im Leben der Sängerin Nina Simone. Ihre Karriere war seit Ende der 1950er-Jahre nicht nur reich an künstlerischen und kommerziellen Erfolgen, sondern auch an Konflikten und Skandalen.

Die Sängerin eckte an und engagierte sich schon früh in der schwarzen Bürgerrechts- und weiblichen Emanzipationsbewegung. In den folgenden Jahren kamen auch psychische Probleme hinzu, die der Film fair aber trotzdem schonungslos thematisiert.

Anhand von in Archiven entdeckten Interviews mit u.a. Nina Simone selbst, Martin Luther King, Malcolm X und dem Schriftsteller James Baldwin, etlichen Konzertmitschnitten, aber auch eigens geführten Interviews mit Ninas Tochter Lisa Simone Kelly, dem Gitarristen Al Shackman (der auf etlichen Alben von Nina Simone mitwirkte), dem Jazzkritiker und -musiker Stanley Crouch sowie Freunden und Kollegen der Sängerin zeichnet der Film ein faszinierendes Porträt einer komplexen und schwierigen Künstlerin.

Der fesselnde Film wurde unter anderem für einen Oscar und den Grammy 2016 für die beste Filmmusik nominiert.

Donnerstag, 10.10.2019 - 20 Uhr - cine:ort

Vesna Pisarović – Stimme John Betsch – Schlagzeug Joe Fonda – Bass

Eine „Minimalcombo“ nennt sich das Trio „Petit Standard“ selbst, besteht es doch nur aus der basalen Besetzung von Bass, Schlagzeug und Stimme. Dabei erforschen die drei immer wieder neu, wie sich mit einer Minimalisierung der Form ein Maximum an Ausdrucksmöglichkeiten erfahrbar machen lässt. Angeführt von der in Berlin wohnenden kroatischen Jazzsängerin Vesna Pisarović und angetrieben vom rhythmischen und harmonischen Drive zweier renommierter amerikanischer Jazzmusiker, dem Schlagzeuger John Betsch und dem Bassisten Joe Fonda, greift die Gruppe das Genre des Jazzstandards wieder auf – aber auch Stücke von Größen wie Mal Waldron, Charles Mingus und Steve Lacy – und das mit einem spielerisch dekonstruktiven, experimentellen Ansatz.

Vesna Pisarovićs lyrische und zugleich entdeckungsfreudige Auffassung der Jazzstim- me wird konfrontiert mit, aber auch ergänzt durch die turbulente Eckigkeit und das raue Tempo von Joe Fondas Bassspiel, dabei immer gestützt vom subtilen Swing wie auch gelegentlichen Energieausbrüchen in John Betschs Schlagzeugspiel.

Vesna Pisarović (Vocals) war beinahe ein Jahrzehnt lang eine bekannte Popsängerin in Kroatien und in anderen Ländern des früheren Jugoslawien. Nach einem dramati- schen Wendepunkt in ihrer Karriere und einem Wechsel hin zum Jazzidiom hat sie mit vielen Künstlern zusammengearbeitet, darunter John Betsch, Chris Dahlgren, Greg Cohen, Zeno de Rossi, Martin Sasse, Wolfgang Schmidtke, Frederick Köster, Matija De- dić, Clayton Thomas, Steve Heather und Jan Roder. Zur Zeit lebt und arbeitet sie in Berlin.

John Betsch (Drums) ist ein renommierter amerikanischer Schlagzeuger, bekannt für seine Zusammenarbeit mit zentralen Stimmen des Free Jazz und der Avantgarde der 70er, 80er und 90er Jahre, unter anderen mit Steve Lacy, Mal Waldron, Max Roach, Kalaparush Maurice McIntyre, Dewey Redman, Jim Pepper, Archie Shepp, Henry Threadgill, Marilyn Crispell, Abdullah Ibrahim, Marion Brown, David Murray, Don By- ron, Jeanne Lee and Billy Bang. Er war Leader der John Betsch Society und des John Betsch Trios.

Joe Fonda (Bass) ist ein bekannter Bassist, der neben seiner Arbeit mit eigenen Ensembles mit Künstlern wie Anthony Braxton, Archie Shepp, Ken Lou Donaldson, Bill and Kenny Barron, Leo Smith, Perry Robinson, Dave Douglas, Curtis Fuller, Bill Dixon, Han Bennink, Bobby Naughton, Xu Fengia, Randy Weston, Gebhard Ullmann, Carla Bley, Carlo Zingaro, Barry Altschul und Billy Bang zusammengearbeitet hat.

Samstag, 12.10.2019 - 20 Uhr  - „Petit Standard“

Doppelkonzert: Mascha Corman Solo und Trio DAY & Taxi

Das Doppelkonzert wird eröffnet von der Stimmkünstlerin Mascha Corman. Ihr Thema sind die Möglichkeiten der menschlichen Stimme, die sie in Verbindung von Wort, Ton und Geräusch in Komposition und Improvisation auslotet. Mascha Corman studierte u.a. Jazzgesang an der Hochschule für Musik und Tanz in Köln.

2017 erhielt sie das individuelle Auslandstipendium für hochbegabte Künstlerinnen und Künstler des Landes NRW. Zudem war sie Stipendiatin des “EMAS” (Europäisches Musikautorenstipen- dium der GEMA) im Bereich der Neuen Musik zum Thema “Komposition mit Stimme und Sprache”.

Sie residierte bisher in Paris, Oslo und der Schweiz; in New York er- forschte sie Improvisationskonzepte unter anderem von Theo Bleckmann und Fay Victor.

An der Schnittstelle von Komposition und Improvisation bewegt sich das Trio DAY & TAXI. Unbeeindruckt von Trends macht DAY & TAXI zeitgenössische Musik, die sich der Vergangenheit bewusst ist, die Gegenwart wahrnimmt und die Zukunft in den Blick nimmt. Stilistische Heterogenität, Zufall, Minimalismen, Alltäglichkeit, Poesie und auch Künstlichkeit in Form von Sentimentalitäten haben darin ihren Platz.

Der gelassene Umgang damit prägt den einzigartigen DAY & TAXI-Sound, der die individuellen Qualitäten der Mitspieler vereint. Day & Taxi wurde 1988 mit Urs Blöchlinger als Quartett gegründet und wird seit 1989 als Trio von Christoph Gallio geführt.

Die aktuelle Formation arbeitet seit 2013/18 zusammen. Ausgedehnte Konzerttätigkeit führte das Trio in die Schweiz, nach Italien, Japan, Argentinien und Chile und zu den internatio- nalen Jazzfestivals von Vancouver, Toronto, Edmonton, Saskatoon, Quebec City, Arkhangelsk, Moskau, New York (Vision-Festival), Pärnu, Almaty, Yokohama, Bolzano (Jazzfestival Trento) und Zürich.

Das Trio spielt in der Besetzung Christoph Gallio (Saxofone), Silvan Jeger (Stimme und Kontrabass), Gerry Hemingway (Schlagzeug). „DAY & TAXI, this trio remains one of Europe's best kept secrets.“ Downtown Music Gallery, Bruce Lee GAllanter, New York City

Samstag, 26.10.2019 - 20 Uhr

 

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