Eine Szene aus "Jim Knopf und Lukas, der Lokomotivführer" Eine Szene aus "Jim Knopf und Lukas, der Lokomotivführer" Foto: Eduard Straub

Für Müllers-Marionetten-Theater fällt der Vorhang

Traurig für alle Wuppertaler Kinder, traurig für alle Wuppertaler Erwachsenen. Und auch traurig für die Stadt Wuppertal, die womöglich wieder um ein kulturelles Highlight ärmer wird: Ursula und Günther Weißenborn geben Müllers-Marionetten-Theater  auf!

Wuppertal, 02.07.2019 - Ursula und Günther Weißenborn werden im Juli 2020 die Vorstellungen einstellen. Beide haben dann das Rentenalter erreicht und möchten frei von den Zwängen eines Theaterbetriebs künstlerisch arbeiten können. Ursula Weißenborn hat sich längst zu einer Malerin entwickelt, deren Werke beachtet werden, Günther Weißenborn wird weiter als Dramaturg arbeiten.

Müllers Marionetten-Theater wurde 1983 mit einer Inszenierung von Mozarts „Die Entführung aus dem Serail“ von Ursula und Günther Weißenborn in Bremen gegründet und eröffnete im Jahre 1986 im Foyer des Opernhauses Wuppertal eine Spielserie mit Märchen- und Erwachsenenvorstellungen.

Erste Premiere in Wuppertal war die Mitwirkung in der Oper „Kyberiade“ von Krysztof Meyer in einer Produktion der Wuppertaler Bühnen.

Nach der Eröffnung des kleinen Theaters am Neuenteich inszenierte das Ensemble einen bunten Spielplan für Kinder und Erwachsene und ging auch regelmässig auf Gastpielreise.

So manch großer Name des europäischen Theaters befindet sich unter den Partnern des Müllers Marionetten-Theaters. Mit Placido Domingo und dem Regisseur Werner Herzog arbeiteten Ursula und Günther Weißenborn zum Beispiel über ein Jahr lang an der Bonner Oper.

Mit eigenen Produktionen für Familienkonzerte traten sie häufig im Schauspielhaus Bochum, in der Berliner Philharmonie und in anderen bedeutenden Theatern Deutschlands auf. Regelmäßig arbeiteten sie mit dem Hamburger NDR (heute „Elbphilharmonie“)-Orchester zusammen.

Das Flötenkonzert des bedeutenden amerikanischen Komponisten John Corigliano wurde mit didaktischer Unterstützung der Weißenborns im Bochumer Schauspielhaus uraufgeführt. In diesem Jahr spielten sie ihre Produktion „Peer Gynt bei den Trollen“ gemeinsam mit dem Symphonieorchester des Hessischen Rundfunks im Großen Sendesaal des HR in Frankfurt/Main.

Im Abschiedsjahr 2020 werden Ursula und Günther Weißenborn mit „Die fürchterlichen Fünf“ ein Werk aus der Bildwelt von Wolf Erlbruch, des großen Wuppertaler Künstlers, mit der Musik der Kultband „Fortschrott“ auf die Bühne bringen und erstmals ein Stück unter dem Arbeitstitel „Singende Sägen“ für ganz kleine Kinder im Alter unter drei Jahren spielen.

Das Theater am Neuenteich soll nach Möglichkeit weiter betrieben werden, darauf haben sich alle auch indirekt an dem Theaterbetrieb Beteiligten geeinigt. Eine Nachfolge steht noch nicht fest, aber es gibt Verhandlungen mit potentiellen Bewerbern.

Die Eheleute Weißenborn legen Wert auf die Feststellung, daß sie einen wirtschaftlich gesunden Betrieb übergeben werden.

Am 18. September 2019 beginnt das Abschiedsjahr von Müllers Marionetten-Theater.

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