Theatermacher Kristof Stößel Theatermacher Kristof Stößel Foto: privat

Kristof Stößel macht jetzt „großes“ Theater

Kristof Stößel macht jetzt „großes“ Theater! Der Vollblutschauspieler übernimmt jetzt mit seinem Team die Komödie Wuppertal. Cordula Polster gibt auf.

Aus unserer August-Print-Ausgabe - Wuppertal, 07.08.2018 - Es war eine schwere Geburt. Doch am Ende ging sie aus, wie seine Komödien - mit einem Happy-End. Kristof Stößel und sein KS-Theater haben zum 1. August die Komödie Wuppertal übernommen. Das Theater wird demnächst offiziell „Stößels Comödie am Karlsplatz“ heißen.

Theatermacher Stößel hat nach langem Ringen einen Kompromiss mit dem Vermieter der Räumlichkeiten am Karlsplatz und Cordula Polster, der letzten Betreiberin des Theaters, erreicht. Er hat jetzt die Chance, das „Haus des Lachens“ auf solide Füße zu stellen.

Zeitweise ging es bei den Verhandlungen um die Zukunft seines Theaters so turbulent zu, wie in einer Boulevard-Komödie. Kristof Stößel: „Es hat mich sehr viel Energie und Nerven gekostet. Aber letztlich war die Basis der Einigung der Wunsch des Vermieters und auch meiner, das Haus nicht leer stehen zu lassen.“ Knackpunkte waren u.a. die Höhe der Miete und die Abstandszahlung an Cordula Polster für das von ihr angeschaffte Inventar - Bestuhlung des Theatersaales und Einrichtung der Gastronomie.

Mehrfach stand eine Einigung auf der Kippe. Doch Kristof Stößel, der Paradiesvogel in Wuppertals facettenreicher Theaterlandschaft, hat sich letztendlich seinen großen Traum erfüllt. Bereits im August gibt es in der Komödie unter der Regie von Kristof Stößel u.a. den Klassiker „Currywurst mit Pommes“ (17. u. 18.08.) und das Erfolgs-Stück „Drei Morde, Küche, Bad“ zu sehen.

Das rund 180 Personen fassende Theater am Karlsplatz stand bisher nie unter einem guten Stern. 2003 entstand es in den Räumlichkeiten eines Supermarktes, der in die City Arkaden umgezogen war. Der bekannte Schauspieler Jochen Schroeder, der u.a. als „Pfleger Mischa“ in der erfolgreichen TV-Serie „Schwarzwaldklinik“ bekannt wurde, führte die „Comödie“ an der Gathe von 2003 bis 2008. Er holte viele bekannte Fernsehgesichter nach Wuppertal.

Doch schließlich musste Schroeder wegen Zahlungsschwierigkeiten die Segel streichen. Er hatte sich mit seinen Theatern in Bochum, Duisburg, Dortmund und Wuppertal offensichtlich übernommen.

Acht Jahre lang blieb in der Spielstätte der Vorhang zu. Am 8. Oktober 2016 hauchte die Stuttgarter Schauspielerin und Regisseurin Cordula Polster dem Theater unter dem Namen „Komödie Wuppertal“ mit dem Premierenstück „Ein Bett für vier“ wieder Leben ein. Es wurde keine echte Liebesbeziehung. Cordula Polster kam trotz aller Bemühungen nie richtig in Wuppertal an.

Auch ihre Rechnung, Kristof Stößel, der eine neue Bleibe für sein Theater im Tanzhaus suchte, sozusagen als Untermieter in die Komödie einziehen zu lassen, ging nicht so richtig auf. Beide Theater spielten im monatlichen Wechsel. Stößels Vorstellungen waren gut besucht, in den Aufführungen von Cordula Polster verloren sich oft nur einzelne Zuschauer. Ein ernstes Problem für die Komödie Wuppertal. Schließlich entschied sich die Stuttgarterin, den Theaterbetrieb einzustellen.

Jetzt ist der Weg frei für „Stößels Comödie am Karlsplatz“. Doch vor Kristof Stößel liegt keinesfalls eine vergnügungssteuerpflichtige Spaßveranstaltung. Das Projekt muss kurz- bis mittelfristig auf eine sichere finanzielle Basis gestellt werden. Da das Theater keinerlei finanzieller Unterstützung durch die Stadt zu erwarten hat, soll ein Förderverein gegründet werden. Nebenbei läuft eine Sponsorensuche und außerdem werden Stuhlpatenschaften angeboten.

Um das Haus auszulasten, soll es auch eine Heimat für andere Kultur-Konzepte werden, u.a. für Talk-Shows, Kleinkunstabende, Theater im Foyer, offene Bühne, Musik-Events und Dinnerformate.

Wer Kristof Stößel, u.a. Erfinder der Kunstfigur Fabienne van Straten kennt, der weiß, dass er für seine Leidenschaft die Ärmel hochkrempeln und alles geben wird.

Der Theatermacher: „Die Übernahme der Komödie ist für mein Ensemble und mich ein großer Schritt, den wir hochmotiviert angehen werden.“

Eine romantische Theaterpause wird er aber noch einlegen: Am Wochenende 30. August bis 02. September steht er nicht auf der Bühne, sondern hat einen Termin beim Standesamt. Kristof Stößel heiratet seine Lebensgefährtin Teresa Schulz, demächst Teresa Stößel. Noch ein Happy-End…

Theater-Tickets gibt es an den bekannten Vorverkaufstellen, weitere Infos unter
www.comödie-am-karlsplatz.de

Text: Peter Pionke

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