Ein Blick in das Labor der KTU Wuppertal Ein Blick in das Labor der KTU Wuppertal Foto: Polizei Wuppertal

Die KTU wird vielen Tätern zum Verhängnis...

Die KTU Wuppertal wird vielen Tätern zum Verhängnis! Die Kriminaltechnische Untersuchungsstelle ist eine der modernsten Deutschlands.

Aus unserer August-Print-Ausgabe - Wuppertal, 12.08.2017 - Bei der Aufklärung des Doppelmordes an dem Millionärs-Ehepaar Christa und Enno Springmann spielte die Kriminaltechnische Untersuchungsstelle (KTU) Wuppertal, eine der modernsten KTU’s Deutschlands, möglicherweise eine sehr wichtige Rolle. Doch was macht eine solche Einrichtung eigentlich? Wir sind einmal für Sie auf Spurensuche gegangen.

Mit den TV-Vorbildern von CSI aus Amerika hat die KTU Wuppertal jedenfalls nicht viel gemeinsam - und dennoch leistet die Kriminaltechnische Untersuchungsstelle in Wuppertal mit über 20 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern wertvolle und wichtige Arbeit bei der Aufklärung von Straftaten. Geleitet wird das Kommissariat von einer Kriminalhauptkommissarin.

Große Polizeibehörden, dazu zählt auch Wuppertal, verfügen über spezielle Dienststellen, die mit ausgebildeten Spezialisten Spuren sichern und auswerten können. Für diese Arbeiten werden, neben dem fachlichen Know-how der Beamtinnen und Beamten, auch spezielle Hightech-Geräte und ganz besondere Räume benötigt.

Im Zuge der Sanierungsarbeiten des Polizeipräsidiums Wuppertal wurde schnell klar, dass das alte Labor nicht mehr den aktuellen Anforderungen entsprach. Im April 2016 bezog das KTU-Labor daher neue und modernere Räumlichkeiten im Polizeipräsidium Wuppertal.

Dazu zählen neben den Büros, dem Labor, der Aktenstelle, einer Werkstatt mit Waffenkammer und dem Raum für erkennungsdienstliche Behandlungen auch zwei Täter-Opfer-Räume. In diesen wird beispielsweise die Bekleidung von Tätern und Opfern getrennt voneinander untersucht, damit eine Vermischung von Spuren ausgeschlossen werden kann.

„Mittels modernster Geräte können Spuren nun noch komfortabler sichtbar gemacht und ausgewertet werden, die als objektiver Sachbeweis weitaus verlässlicher sind, als etwa Zeugenaussagen“, so erklärt Polizeipressesprecher Christian Wirtz. Das Labor wurde gemäß der vorgegebenen EU-Richtlinien modernisiert und mit dem neuesten technischen Mitteln zur Erkennung von unsichtbaren Spuren ausgestattet. Fingerabdruck-Spuren, die hier sichtbar gemacht werden, sind dank des EU-Standards in allen 27 EU-Staaten - abgesehen von Großbritannien - bei Gericht als Sachbeweis anerkannt.

Was macht die Arbeit der Ermittler so besonders? „Die Arbeit ist sehr abwechslungsreich - kein Tatort ist wie der andere. Zudem sind die Beamtinnen und Beamten sehr spezialisiert und haben sich für ihre Tätigkeiten aufwändig qualifiziert“, weiß Christian Wirtz.

Ein wesentlicher Teil der kriminalpolizeilichen Arbeit besteht darin, Straftaten aufzuklären. Diese Ermittlungsarbeit kann in zwei Bereiche aufgeteilt werden: Zum einen werden Tatverdächtige, Zeugen und Opfer vernommen. Diese Aussagen nennt man „Personalbeweis“ oder „subjektiver Beweis“.

Auf der anderen Seite werden in den allermeisten Fällen auch Spuren (Fingerabdrücke, DNA-Spuren, Faserspuren, etc.) gesichert, ausgewertet und als Beweismittel im Strafverfahren verwendet. Diese Spuren nennt man „Sachbeweis“.

Da Sachbeweise objektiv sind und nicht lügen können, wird ihnen eine große Bedeutung zuteil. Polizeipressesprecher Wirtz: „Wenn man einem Tatverdächtigen mittels einer DNA-Spur oder einem Fingerabdruck nachweisen kann, dass er am Tatort war, gerät der Verdächtige natürlich in Erklärungsnöte.“ - So wie die beiden Tatverdächtigen im Mord-Fall Springmann...

Text: Miriam Genenger

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