Gesundheit am Arbeitsplatz - Ein echter Spagat...

Beim Vortragsabend „Forum Gesunde Wirtschaft“, organisiert von der Techniker Krankenkasse, erklärten Experten welche Vor- und Nachteile die fortschreitende Digitalisierung am Arbeitsplatz mit sich bringt. 

Wuppertal, 08.10.2018 - Die Veränderung, die Arbeitsplätze in annähernd jeder Branche erfasst und von den Professoren Süß und Wieland als „Industrialisierung 4.0“ bezeichnet wird, hat in den letzten Jahren stetig an Geschwindigkeit zugenommen. Durch Massenmedien und hochentwickelte Gadgets sind wir mittlerweile sowohl geschäftlich als auch privat permanent erreichbar.

Unser hochvernetztes Umfeld stellt ständig neuartige hohe Anforderungen an Arbeitnehmer, die oft ohne ausreichende Schulung ihnen unbekannte Aufgaben übernehmen müssen - um nur zwei der Entwicklungen zu nennen. In der Summe sorgt das, da herrscht eine einhellige Meinung vor, für ein erhöhtes Stresslevel, vor allem auf der psychischen Ebene.

Durch ein unentwegt hohes Stresslevel wiederum, auch hier ist man sich durch Nachforschung sicher, wird das allgemeine Arbeitsverhalten negativ beeinflusst, Erkrankungen werden begünstigt und letzten Endes Kündigungsabsichten geweckt. Professor Süß sieht hier eine Bringschuld auf Unternehmensseite: Eine Industrie 4.0 würde eben auch eine Dynamik 4.0 verbunden mit entsprechenden Maßnahmen erfordern.

In der Theorie bedeutet das „Erfassung und Berücksichtigung“ aller modernen Einflüsse und Entwicklungen sowie „Ergänzung“ von entlastenden Strukturen. Ein praktischer Ansatz, den Professor Wieland vorstellte, ist beispielsweise „learning on the job“, ein Konzept, bei dem der Arbeitnehmer Kompetenzen und Qualifikationen mittels maßgeschneiderter lernförderlicher Aufgaben entwickelt.

Auf diesem Wege soll verhindert werden, dass sich jemand bei der Arbeit in einer multimedialen Umwelt überfordert fühlt. Außerdem sei zu beachten, dass mit dem Wegfall einzelner Arbeitsschritte durch Automatisierung vermehrt Wissens- und Routinelücken auftreten und schnell Monotonie entstünde, weshalb es besonders wichtig sei, auf vollständige und vielfältige Aufgaben zu bauen.

Ebenso müsste zwischen positiver und negativer Beanspruchung während der Arbeit unterschieden werden: Mentale und motivationale Beanspruchung bewirkt im Allgemeinen, dass eine Herausforderung als stimulierend empfunden wird, während eine Beanspruchung auf emotionaler bzw. physischer Ebene eher auslaugend wirkt. Ziel muss sein, eine Balance aufrecht zu erhalten, die dazu führt, dass die eigene Tätigkeit als spannend und anspruchsvoll, nicht aber als überfordernd angesehen wird und dem Arbeitnehmer das Gefühl vermittelt, Einfluss nehmen zu können.

Schlussendlich hängt das Arbeitsumfeld von der notwendigen Erkenntnis der Unternehmen ab, dass Gesundheit am Arbeitsplatz ein zunehmend wichtiges Thema ist und wird. Bei der Umsetzung von Maßnahmen kann die Techniker Krankenkasse beratend zu Seite stehen und auf ihre lange Erfahrung mit dem Thema zurückgreifen. Auch wenn es durchaus allgemeine Richtlinien zur Orientierung gibt, ist die einzig nachhaltig wirksame Lösung ein individueller Plan, der auf die Anforderungen der jeweiligen Branche und bestehende Strukturen anpasst ist.

Text: Robin Görge

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