Frauen werden immer wieder zum Opfer von häuslicher Gewalt - Hilfe finden Sie im Wuppertaler Frauenhaus Frauen werden immer wieder zum Opfer von häuslicher Gewalt - Hilfe finden Sie im Wuppertaler Frauenhaus Foto: aerzteblatt.de

Das Wuppertaler Frauenhaus braucht dringend Hilfe

Jetzt Samstag - am 09.02. - stehen beim 11. Charity-Festival "WUPPERTAL HILFT!" 18 Acts auf der Bühne der Unihalle. Sie alle treten kostenlos zugusten des Frauenhauses auf, das vom Verein "Frauen helfen Frauen e.V." unterhalten wird.

Wuppertal, 04.02.2019 - Der Verein "Frauen helfen Frauen" feiert in diesem Jahr sein 40jähriges Bestehen. 40 Jahre Hilfe für Opfer von häuslicher Gewalt - 40 Jahre tatkräftige Unterstützung für leidgeprüfte Mütter und deren Kindern.

Rund 150 geschlagene, misshandelte und gedemütigte Frauen und deren Kinder suchen Jahr für Jahr Zuflucht im Wuppertaler Frauenhaus. Das sind bedauernswerte 150 Einzelschicksale. Dazu kommen unzählige Beratungen von Frauen, die ihr Zuhause und ihre Familie nicht verlassen wollen oder ihren gewalttätigen Männern eine zweite Chance geben, die sie oft nicht nutzen.

Für Musiker & Mentalcoach Stefan Mageney, 1. Vorsitzender des Vereins "WUPPERTAL HILFT!", war sofort klar: "Hier muss geholfen werden!" Er trommelte seine Vereinsmitglieder zusammen. Das Ergebnis ist das Mega-Benefiz-Festival am 09. Februar in der Unihalle. Wie wichtig die Arbeit des Vereins "Frauen helfen Frauen" ist, beweisen die beindruckenden Einzelschicksale weiter unten.

 

ALLES ÜBER DAS BENEFIZ-FESTIVAL

18 Acts stehen beim 11. WUPPERTAL HILFT! ohne Gage auf der Bühne. Der Erlös kommt dem sehr engagierten Verein "Frauen helfen Frauen" zugute, der in diesem Jahr sein 40jähriges Bestehen feiert und das Wuppertaler Frauenhaus betreibt. Das Ticket für die Charity-Show kostet 10 €. Die 10 € sind gleichzeitig eine Spende fürs Frauenhaus. Tickets gibt es unter www.wuppertal-live.de.

Weitere Vorverkaufsstellen: Body & Dance Company + Tanzfabrik/ Parlamentstraße 20, 42275 Wuppertal - Ticket Zentrale Wuppertal/Armin-T.-Wegner-Platz 5, 42103 Wuppertal. Außerdem sind Eintrittskarten für 10 € ohne Vorverkaufsgebühr an der Abendkasse zu erwerben.

Wie gewohnt wird Michael Brockordt von Radio Wuppertal das Riesen-Event professionell, kreativ und gelassen moderieren.

Und diese Gruppen und Einzel-Interpreten werden das Publikum unterhalten: Boris Gott Band - Universe - Al Watan feat. Uli Klan - Kamerton Kinderparadies - Tanzfabrik Wuppertal - Sir Plain - All Acoustic - Horst Wegener & Die Kapelle - Niko Grote - Alphamay - Jazzaloud - Pirates in Black - Bourbon Street - Leon Mucke & Band - Udopia - Chor:us! - Bluesplan - Leon Capar (Cello) & Igor Parfenov (Piano).

Stefan Mageney, Vorsitzender des Vereins WUPPERTAL HILFT!: "Wir hatten weit über 50 Bewerbungen aus ganz Deutschland. Das zeigt, welche Kreise unser Benefiz-Festival schon gezogen hat. Ich bin mir sicher, dass es uns gelungen ist, ein hochwertiges, abwechslungsreiches Programm auf die Beine zu stellen, mit vielen Künstlern, die zum ersten Mal bei "Wuppertal hilft!" dabei sind."

 

Betroffene, die eine Zuflucht im Frauenhaus gefunden haben und von dort aus mit ihren Kindern in ein neues, geordnetes und sicheres Leben starten konnten, haben ihre Erlebnisse mit häuslicher Gewalt und den Ausweg daraus in bewegenden Worten zu Papier gebracht.

Schläge und Essensverbot

Da schreibt eine dankbare Frau, die ihr Schicksal mit Hilfe des Vereins "Frauen helfen Frauen" gemeistert hat: "16 Jahre habe ich gelebt, als wäre ich schon gestorben. Meinen Mund habe ich immer zugemacht. Ich habe gelebt wie eine Dienerin. Wenn ich nicht alles gemacht habe, was mein Mann wollte, habe ich von ihm Schläge oder Essensverbot bekommen.

Als ich mit meinem ersten Kind schwanger war, habe ich sieben Monate auf einem Teppich in einer leeren Wohnung geschlafen. Mein Mann war mit seiner Freundin beschäftigt. Ich kannte mich nicht aus und wusste keinen Ausweg. Ich dachte, ich könnte sonst nur mit meinen drei Kindern auf der Strasse leben.

Erst vor fünf Monaten hat mich eine Freundin zur Polizei gebracht. Die Beamten haben dann das Frauenhaus angerufen und Gottseidank war Platz für uns. Im Frauenhaus habe ich alles an Hilfe bekommen, was ich für mich und meine Kinder brauche. Jetzt habe ich gerade den Mietvertrag für meine eigene Wohnung unterschrieben. Ich werde mit meinen Kindern ohne Schläge und Beschimpfungen leben. Ich bin so stolz, dass ich das mit Hilfe des Frauenhauses geschafft habe. Viele Frauen brauchen wie ich die Hilfe des Frauenhauses. Bitte helfen Sie!"

Leben wie im Gefängnis

Der 14jährige Hassan formulierte folgenden Brief: "Zu Hause war es schrecklich. Wir lebten wie in einem Gefängnis und bekamen oft Schläge von meinem Vater. Am Tag nach meinem 14. Geburtstag sind wir abgehauen, als mein Vater schlief. Der Geburtstag war grausam. Ich bekam von meinem Vater 2 € und ein kleines Stückchen Kuchen. Meine Geschwister und meine Mutter bekamen keinen Kuchen, nur mein Vater und seine eigenen Geschwister. Dann haben sich meine Eltern sehr gestritten und am Ende hat mein Vater meine Mutter wieder einmal geschlagen.

Der nächste Geburtstag wird besser. Eine ganz normale Geburtstagsfeier ohne diese schrecklichen Sachen. Dank des Frauenhauses habe ich meinen Vater vergessen. Wir haben hier viel Spass mit den anderen Kindern, machen in den Ferien Ausflüge und haben immer Unterhaltung. Meiner Mutter geht es viel besser. Ich freue mich schon auf unsere neue Wohung ohne meine Vater."

Mutter hatte immer blaue Flecken

Auch für die 12 Jahre alte Diana begann im Wuppertaler Frauenhaus ein neues Leben: "Früher durften wir nie raus und im Garten spielen, wenn mein Vater da war. Es ist sehr schlimm, was mein Vater mit meiner Mutter gemacht hat. Das möchte ich hier gar nicht sagen. Ich wollte nicht, dass meine Mutter immer blaue Flecken hat. Manchmal wollte ich meiner Mutter helfen, aber mein Vater hat mich nicht gelassen. Dann sind wir zu einer Freundin in einer anderen Stadt abgehauen. In der Straßenbahn hatten wir Angst, das er uns noch kriegt. Im Zug haben wir dann gelacht, weil er uns nicht gefunden hat.

Nach dem, was mein Vater mir angetan hat, weiss ich nicht, ob ich ihn überhaupt noch einmal sehen will. Im Frauenhaus ist es toll. Wir können uns vor unserem Vater verstecken. Wi haben jetzt bald eine eigene Wohnung. Ich gehe gern in die Kinderbetreung. Dort können wir spielen, basteln und wir machen Ausflüge. Meine Mutter hat 16 Jahre gewartet, dass sich mein Papa ändert. Aber nichts hat sich geändert. Jetzt sind wir vier Monate im Frauenhaus und alles ist anders."

Die schönen Dinge kennengelernt

Eine betroffene Mutter von drei Kindern schildert ihr Schicksal: "Früher suchte ich mit meinen drei Kindern (2, 4 u. 8 Jahre alt) Schutz vor meinem Mann. Mit vier Personen war es unmöglich, bei Verwandten oder Freunden unterzukommen. Als es mal wieder besonders schlimm war, hat uns die Polizei zum Glück ins Frauenhaus gebracht. Am Anfang dachte ich, dass ich es allein mit den drei Kindern nicht schaffen würde. Mein Kopf war ganz durcheinander.

Aber im Frauenhaus habe ich ein Zuhause gefunden. Ich musste nicht allein sein. Es waren immer andere Frauen da, die mich aus meinem Zimmer geholt haben, wenn es mit schlecht ging. Es wurde mir bei allem geholfen. Ob es um meine Papiere, unsere Geldsachen oder das Familiengericht ging. Es wurde auch geregelt, wenn meine Kinder den Vater besuchen wollten. Zum ersten Mal habe ich erlebt, wie die Realität in Deutschland aussieht. Das war sehr wichtig für mich. Ich habe viele schöne Dinge kennen gelernt, wie man Nikolaus, Weihnachten oder Geburtstag feiert. Das alles kann ich jetzt mit meinen Kindern erleben. Obwohl wir jetzt schon seit zwei Jahren in einer eigenen Wohung leben, fragen mich meine Kinder immer noch: 'Mama, wann ist wieder Kindertreffen im Frauenhaus?' Einmal im Momat gehen wir dorthin. Das Frauenhaus hat mich und viele andere betroffene Frauen auf einen positiven Weg gebracht."

Vier Lebensgeschichten, vier Einzelschicksale, die eindrucksvoll beweisen, wie wichtig die Arbeit des Frauenhaus-Team ist. Diese wertvolle Arbeit kann jeder unterstützen, der das Festival am 09. Februar in der Unihalle besucht. Tolle Musik und andere hochwertige Kulturbeiträge gibt es dann noch obendrein.

Weitere Infos: www.frauenhaus-wuppertal.de - www.wuppertal-hilft.de

Text: Peter Pionke

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