Liebt seinen Beruf: Chefgärtner Dirk Derhof im Botanischen Garten auf der Hardt Liebt seinen Beruf: Chefgärtner Dirk Derhof im Botanischen Garten auf der Hardt Manfred Görgens

Gärtnermeister

Im Frühling treibt es auch uns Stadtmenschen ins Grüne. Wie gut, dass es da den Botanischen Garten auf der Hardt gibt...

Seit 125 Jahren erblüht am Fuße des Elisenturms jeden Frühling aufs Neue eine bunte Farbenpracht. Mittlerweile bietet der Botanische Garten 4.500 Pflanzenarten einen Lebensraum, darunter 350 geschützte Arten. Dirk Derhof ist hier Gärtnermeister – seine Arbeit beginnt lange bevor Besucher die ersten Blüten sehen. „Bei so milden Wintern wie diesem können wir das ganze Jahr über arbeiten. Wildkraut entfernen, Wege bauen, Flächen pflegen."

Im März ging die Arbeit richtig los mit dem Zurückschneiden der Stauden, die Ende April dann anfangen zu blühen. „In vielen Bereichen ist es besser, das nicht im Herbst, sondern im Frühjahr zu machen. Das ist fürs Bodenleben besser und für andere Kleintiere, die sich im Garten aufhalten. Nicht zuletzt ist es auch Schutz für die Pflanze."Es sind diese kleinen Tipps, denen er seinen Spitznamen verdankt: ‚Pflanzendoktor'. Denn Dirk Derhof steht auch Rede und Antwort bei der monatlichen Pflanzenberatung für Hobbygärtner und Pflanzeninteressierte. Dorthin kann sich jeder wenden, der zuhause Pflanzen zieht oder ziehen möchte und der mit dem einen oder anderen Problem konfrontiert wird. Der Fachmann: „Viele sehen erst zu spät, wenn etwas mit der Pflanze nicht stimmt. Es ist definitiv hilfreich, Fotos oder sogar die Pflanze mitzubringen. An der bloßen Beschreibungen zu erkennen wo das Problem liegt ist schwierig, zumal oft wichtige Details übersehen werden. Läuse zum Beispiel können die meisten erst erkennen, wenn sich auf der Pflanze ein klebriger Belag bildet."

Dirk Derhof: Kapitän auf großer Fahrt durchs bunte Blumenmeer

Über die Jahre hat Derhof sich ein fast unbegrenztes Wissen angeeignet. Das muss er auch, denn im Botanischen Garten in Wuppertal ist jeder für alles verantwortlich. Mehr Geld wäre schön, so Derhof, dann könne man auch noch mehr Spezialisten einstellen. Zum Glück erhält die Stadt seit 1993 Unterstützung bei der Finanzierung des Gartens durch den Förderverein, der unter anderem den Auf- und Ausbau des Heil- und Gewürzkräutergartens ermöglichte.

Dennoch bleibt jede Menge zu tun für Derhof und sein Team. Der Reiz für ihn daran? „Das Großziehen vom Samenkorn bis zur fertigen Pflanze. Und nach zehn oder fünfzehn Jahren zu sehen, dass man die Pflanze nicht kaputt kultiviert hat." Auch wenn die Frühjahrsmonate viel Arbeit bedeuten: Auf den Frühling freut er sich am meisten. „Weil jetzt alles anfängt zu blühen, nach der dunklen Jahreszeit. Da kann man dann auch immer sehen, ob man gut gepflegt hat, wenn alle Pflanzen wiederkommen." Wer nun schnell auch ein Blumenmeer im heimischen Garten haben möchte, der sollte mit der Umsetzung der eigenen Pläne bis zu den „Eisheiligen" Mitte Mai warten: „Bis der Wetterbericht sagt, dass es keinen Frost mehr geben wird." Wem bis dahin langweilig ist, der kann einen Blick in das umfangreiche Jubiläums-Programm zur Feier des 125-jährigen Bestehens des Botanischen Gartens werfen. Es werden vermehrt Führungen und Vorträge zu unterschiedlichen Themen angeboten.

Kerstin Eiwen

Grüner Daumen
Die nächsten Termine für Pflanzenberatungen sind am 6. Mai und am 3. Juni jeweils von 13 bis 15.30 Uhr. Weitere Informationen und das komplette Veranstaltungsprogramm finden Sie im Netz:
www.botanischer-garten-wuppertal.de

Hofaue 75 | 42103 Wuppertal
| 0202 75 89 03-30
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