Axel Blankennagel (l.) nimmt die Urkunde von Michael Wenge (Hauptgeschäftsführer der Bergischen IHK) entgegen Axel Blankennagel (l.) nimmt die Urkunde von Michael Wenge (Hauptgeschäftsführer der Bergischen IHK) entgegen Foto: Rheingold Reisen

Rheingold Reisen seit 90 Jahren auf Achse

Rheingold Reisen feiert seinen 90. Geburtstag. Das Wuppertaler Famlienunternehmen war eigentlich schon immer seiner Zeit ein Stück weit voraus. Stichwort Bord-Toilette.

Wuppertal, 31.08.2019 - Im Jahr 1966 kam im Zuge einer Fuhrpark-Erneuerung der erste Bus mit Bord-Toilette nach Wuppertal - damals eine kleine Sensation im Reisewesen. Zuvor waren häufige „Pipi-Pausen“ unvermeidlich gewesen.

Fortschrittlich geht es auch heute zu: Im 90. Jahr des Bestehens liegt der Fokus im Unternehmen auf der Komplett-Umrüstung der Flotte auf Euro 6: Bis Oktober werden alle 15 Busse mit Rheingold-Schriftzug die modernste Abgasnorm erfüllen. „Und sollten eines Tages Busse mit Alternativantrieben sinnvoll einsetzbar sein, werden wir zu den ersten Betrieben im Bergischen Land gehören, die solche Fahrzeuge anschaffen“, verspricht der geschäftsführende Gesellschafter Axel Blankennagel.

Der runde Firmen-Geburtstag wurde bereits intern an der Linderhauser Straße begangen. Ende August nahm die Geschäftsführung noch eine Jubiläumsurkunde der Bergischen IHK entgegen.

Zu größeren Feierlichkeiten fehlt schlicht die Zeit, denn die Nachfrage nach den Dienstleistungen der Wuppertaler ist groß. Entsprechend hoch ist das Arbeitspensum. „Ich muss zugeben, dass wir uns momentan mehr mit dem Hier und Heute und der nahen Zukunft befassen, als dass wir in die Vergangenheit blicken“, sagt Axel Blankennagel.

Gleichwohl ist er stolz auf das, was die vorherigen zwei Generationen aufgebaut haben - und hat die wichtigsten Daten alle im Kopf.

Im August 1929 gründete seine Großvater Wilhelm Blankennagel das Unternehmen Rheingold-Reisen-Wuppertal. Der Name war damals Programm: Angeboten wurden Touren zum Rhein - zunächst noch in umgerüsteten Lastkraftwagen.

Nach dem Zweiten Weltkrieg, in dem fast der gesamte Fuhrpark verloren ging, musste der Gründer quasi noch einmalvon vorne beginnen. Mit Erfolg: Bereits in den 50er-Jahren konnten wieder Urlaubsreisen ins In- und Ausland organisiert werden.

Davon zeugen alte Anzeigen aus dem Firmen-Archiv: Der Ausflug „Silvester in Paris“ - der Jahreswechsel 1953/54 in der französischen Metropole kostete damals 60 DM.

Für denselben Preis konnten sich die Wuppertaler mit Hilfe von Rheingold Reisen auch Berlin anschauen. Wer sich lieber Skier unterschnallen wollte, der wurde vom Bergischen Bus-Unternehmen beispielsweise nach Pfronten im Allgäu kutschiert.

Mitte der 60er-Jahre übernahm mit Dieter Blankennagel die zweite Generation das Steuer. „Unter der Regie meines Vaters blühte das Unternehmen geradezu auf“, sagt der heutige Senior-Chef. So konnte Dieter Blankennagel 1979 im belgischen Spa den Europapokal für Autobusunternehmen entgegennehmen. In dieser Zeit betrieb Rheingold Reisen auch eine kleine Reisebürokette in der Heimatstadt.

Längst hat sich der Schwerpunkt verschoben. Das Unternehmen steht heute vor allem für eine sichere Beförderung im Schüler- und Linienverkehr. Auch Unternehmensverkehre gehören zum Portfolio. Rund 20.000 Fahrgäste werden so Woche für Woche befördert, vor allem in Wuppertal und Umgebung, aber auch in Dortmund und Düsseldorf.

Die Tendenz ist ganz klar steigend, das Unternehmen nimmt regelmäßig an kommunalen Ausschreibungen teil - und bekommt oft den Zuschlag.

Axel Blankennagel hat diesen Markt in den vergangenen 25 Jahren für sein Unternehmen erschlossen. Er leitet das Unternehmen seit dem Tod seines Vaters im Jahr 1984. Bis Mitte der 90er-Jahre war auch Mutter Marga noch aktiv dabei.

„Wir haben den Umbruch geschafft“, sagt der Unternehmer rückblickend. Gestartet war er mit acht Fahrern, zwei Mitarbeitern im Büro „plus Familie“. Heute besteht das Team aus rund 140 Mitarbeitern - ebenfalls „plus Familie“. Mit den Söhnen Tim und Jörn ist schon die vierte Generation an Bord.

Die drei „Blankennägel“ und ihre Mitarbeiter haben sich für die Zukunft einiges vorgenommen: „Wir wollen weiter in gesundem Maße wachsen“, sagt Axel Blankennagel. Das Ziel zum 100. Jubiläum? „Bis dahin die Nummer eins in Wuppertal bleiben und die Nummer eins im gesamten Bergischen Land werden.“

Auch das soziale Engagement bleibt weiterhin fester Bestandteil des Unternehmensphilosophie. Rheingold Reisen sponsert unter anderem die Junior-Uni für Kinder und Jugendliche und ist Pate von „Aralandia“, dem spektakulären Volieren-Projekt des Zoo Wuppertal. Außerdem engagieren sich Axel Blankennagel (als Vizepräsident) und seine beiden Söhne ehrenamtlich in der IHK und pflegen das Unternehmer-Netzwerk in ihrer Heimatregion.

 

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