Utopiastadt im Bahnhof Mirke Utopiastadt im Bahnhof Mirke Foto: Nele Niemann

„Utopiastadt" ist eine Werkstatt für Visionen

Der Mirker Bahnhof ist mittlerweile eine feste Adresse in der kreativen Szene Wuppertals. Außer regelmäßigen Konzerten und der Kneipe ‚Hutmacher' hat sich in den letzten Jahren in dem Bauwerk von 1882 viel getan.

Am Rande der Nordbahntrasse befindet sich auf dem Gelände des Mirker Bahnhofs ein kleines Wunderland namens „Utopiastadt". Obwohl bereits 2013 dort die Gastronomie ‚Hutmacher' ihre Türen öffnete und zahlreiche Veranstaltungen stattgefunden haben, fragen sich immer noch viele, was diese „Utopiastadt" eigentlich ist.

Begonnen hat alles im Jahr 2007, als die beiden Kommunikations-Designer Beate Barbara Blaschczok und Christian Hampe das „clownfisch-Statementmagazin" herausbrachten. In dem Medium konnten Künstler und Bürger gleichermaßen ihre Ideen zu einem ganz bestimmten Thema zum Ausdruck bringen. Auf das erste Heft unter dem Thema „Amerika" folgten zuerst „Zerstörung" und danach „Schöpfung". Parallel zur Veröffentlichung dieses dritten „clownfisch-Statementmagazins' wurde in den damals leerstehenden Elba-Hallen ein einjähriges Programm voller Ausstellungen, Konzerte und Theateraufführungen präsentiert. Die Gesamt-Aktion, eine einzige Inspiration, die einen brach liegenden Ort wieder mit Leben und Kunst erfüllte.

Als dann das Thema für eine weitere Ausgabe des Magazins gesucht wurde, entschieden sich Beate Barbara Blaschczok und Christian Hampe nicht etwa für etwas Einfaches, sondern für etwas ganz Großes: Utopia. Und die Idee, einen Ort zu kreieren, an dem besagte Utopien ausprobiert werden können, eine „Werkstatt für Utopien", wie Christian Hampe es nennt, war damit geboren.

Kreatives Duo hauchte altem Mirker Bahnhof neues Leben ein

„Ab dieser Idee haben wir überlegt, was können wir machen?", sagt Beate. Zuerst wurde die Wirtschaftsförderung angeschrieben und die Suche nach geeigneten Gebäuden gestartet. Bei der Location-Suche landete das Duo auch am Bahnhof Mirke, der sich auf Grund seiner Geschichte, der Lage und seines Charmes als perfekter Ausgangspunkt für das Vorhaben erwies. „Dieser Ort ist eben etwas ganz Besonderes. Da sind wir dran geblieben."

Nach anderthalb Jahren stand der Businessplan, der den Weg zum Pachtvertrag bei der Sparkasse ebnete. Kurz darauf startete „Utopiastadt" mit Atelierräumen und ‚Co-Working-Bereichen', während zahlreiche Freiwillige anfingen, den Bahnhof zu restaurieren und zu renovieren.
Mittlerweile ist das Gelände zu einem Ort geworden, der Kunst und Kultur mit Stadtentwicklung, Wirtschaft, Wissenschaft und Politik verbindet. „Utopiastadt" bietet Initiativen, Vereinen und Kreativen eine Plattform zum Austausch über grundlegende Themen wie „Grundeinkommen", „Wohn- & Lebensqualität" und „Mobilität".

Zu den ansässigen Initiativen zählen u.a. „Urban Gardening", „OpenDaTal", die „IG Fahrradstadt", sowie die „Mirka Schrauba". Weitere Projekte befinden sich in den Startlöchern und die Zukunftsaussichten versprechen ebenfalls viel. Zum 2. Mobilitätstag wurde bereits das Gelände erweitert und im Sommer startet eine Crowdfunding-Kampagne, durch die ein Teil der weiteren Sanierungsmaßnahmen finanziert werden soll. In der Vision für die Zeit nach dieser Sanierung ist „Utopiastadt" umgeben von einem „Campus", sowie Grünflächen und Außenanlagen und soll als „Kultur- und Kreativwirtschaftszentrum" weit über das Quartier hinaus fungieren.

Ava Weis

 

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