Zirkus extrem

Unter dem Motto „Höchststrafe" nimmt Flic Flac, der Zirkus der Extreme, die begeisterten Zuschauer auf dem Carnaper Platz gefangen. „Die Stadtzeitung" saß bei der atemberaubenden Premiere in der ersten Reihe.

Staunende Blicke, offene Münder! Die über 1.000 Gäste der atemberaubenden Premiere des Extrem-Zirkus Flic Flac wurden buchstäblich von den Sitzen gerissen. Am Ende 'Standing Ovations' für eine spektakuläre, grandiose, witzige und zum Teil anmutige 100-Minuten-Show der Superlative. Ein Weltklasse-Programm, das von der ersten bis zur letzten Nummer allerhöchtensten Ansprüchen genügte. Besonders beeindruckend: die Teufelskerle der mexikanischen Motorrad-Artisten-Truppe 'Air Speed', die zu acht in der Todeskugel 'Globe Of Speed' (6,5 Meter Durchmesser) ihre Runden drehten - und das in einem Höllentempo. Bis zum 10. Mai 2015 gastiert Flic Flac noch auf dem Carnaper Platz.

Nicht mal ein Handy darf hier rein – und dieser Clown läuft mit einem Flammenwerfer rum. Hubertus Wawra, der „Master of Hellfire" durfte seine feuerspeiende Self-Made-Waffe mit in die Justizvollzugsanstalt Wuppertal-Ronsdorf nehmen. Zusammen mit Zirkusdirektor Benno Kastein, seiner Tochter Larissa Kastein und Pressesprecherin Verena Schoenrock sitzt er hier bei der Pressekonferenz von Flic Flac vor der versammelten Medienlandschaft. Im Hintergrund hat sich eine handvoll Artisten in beigefarbener Gefängniskluft auf der Bühne versammelt. Das 25-jährige Bühnenjubiläum zelebriert Flic Flac unter dem Titel „Höchststrafe" - wobei Schoenrock gleich noch hinzufügt, dass die Höchststrafe in Deutschland immer noch 15 Jahre sind. „Aber wenn sie 10 Jahre Sicherheitsverwahrung dazunehmen, dann kommen sie auf 25 Jahre." Wawra zieht auch gleich den Vergleich von Zirkus- und Gefängnisleben: „Man kommt nicht raus. Einmal Zirkus, immer Zirkus." Zum Motto hat das Zirkusdirektorium – also Benno Kastein und seine beiden Töchter – die Show thematisch auf Knast gemünzt. Die Kostüme mussten extra angefertigt werden, denn obwohl sie wie uniforme Häftlingskleidung aussehen, müssen sie für die verschiedensten Kunststücke, vom Motorradstunt bis zur Hochseilnummer herhalten. Das Motto hat Anstaltsleiter Rupert Koch von der JVA dann auch überzeugt. Zunächst war Koch von der Anfrage der bunten Truppe überrascht, aber „weil es mit dem Thema Knast zu tun hat, habe ich Ja gesagt."

„Höher, weiter und riskanter"

„Wir inszenieren das Risiko." fasst Benno Kastein sein Konzept zusammen. Bei der Zirkusgründung vor mehr als 25 Jahren hat der gelernte Artist alles richtig gemacht. Er hat auf Akrobatik, Stunts und Rockmusik gesetzt und damit einen zeitgemäßen Ausnahmezirkus kreiert. „Ein Show- und Bühnenkonzept der Extreme" nennt er die Vorstellung. Adrenalintreibende Stunts wechseln sich ab mit Humor und Akrobatik. Das internationale Team der „Helldriver" heizt auf heißen Öfen durch den Kugelkäfig, die Wassernixe Laura Miller kombiniert Wasserballett mit Akrobatik und Larissa Kastein nutzt als erotische Schlangenfrau die heiße Stange für Körperkunst. Manche Artisten kombinieren auch Action mit Humor, wie Wawra. Der kommt bei seinem kurzen Aufenthalt in der JVA auf schräge Gedanken: „Was würden die Jungs hier mit dem Flammenwerfer machen?"

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