Angelika Bartsch, ein bekanntes Gesicht auf dem Fernsehschirm und auf der Kinoleinwand Angelika Bartsch, ein bekanntes Gesicht auf dem Fernsehschirm und auf der Kinoleinwand Foto: Monika Sandel

Angelika Bartsch sorgt sich um den Nachwuchs

Die erfolgreiche Schauspielerin Angelika Bartsch macht sich Sorgen um den Nachwuchs. Die Ex-Dozentin sagt ganz klar: "Ich kann es nicht mehr verantworten, junge Schauspieler auszubilden!"

Aus unserer Juli-Print-Ausgabe - Wuppertal, 07.07.2017 - Rollen, in denen sie Geheimnisvolle, undurchschaubare, zwielichtige Frauen verkörpert, sind ihr auf den Leib geschrieben. Charaktere mit Grautönen, bei denen die Grenzen zwischen Gut und Böse zerfließen, stellt Angelika Bartsch wie keine andere dar. Ob auf der Bühne oder vor der Kamera. Deshalb ist die 58 Jahre alte Schauspielerin seit langem gut im Geschäft. Doch sie macht sich große Sorgen um ihre Zunft. Viele Jahre hat Angelika Bartsch als Dozentin an der Arturo Schauspielschule in Köln und der Theaterschule im Theater der Keller (Köln) gearbeitet. Doch heute gibt Angelika Bartsch keinen Schauspielunterricht mehr.

Der Grund dafür: „Ich mache mir große Sorgen um den Schauspiel-Nachwuchs. Und ich kann es nicht mehr verantworten, junge Leute mit großen Idealen in unsere harten und schnelllebige Berufswelt zu schicken. Deshalb bilde ich nicht mehr aus.“ Klare Worte einer starken Frau. Immer mehr Schauspieler leben heute von der Hand in den Mund, müssen um jede kleine Rolle kämpfen, agieren hart am Existenzminimum. An vielen Theatern und auch bei vielen TV-Sendern spielt inzwischen der Rotstift eine Hauptrolle. Das war zu ihrer Zeit noch anders.

So überzeugend echt sie zwielichtige Frauen in ihren Film darstellt, so sympathtisch ist Angelika Bartsch privat. Sie selbst kam auf Umwegen zur Schauspielerei. Nach der Mittleren Reife arbeitete die gebürtige Heilbronnerin zwei Jahre lang als Erzieherin, ehe sie von 1977 bis 1981 eine fundierte Schauspielausbildung an der renommierten Westfälischen Schauspielschule in Bochum absolvierte. An ihre erste Rolle im Schauspielhaus Bochum kann sich Angelika Bartsch noch sehr gut erinnern. Sie spielte die Ida in der Operette „Die Fledermaus“.

Mit den Duisburger Tatort-Kommissaren Götz George und Eberhard Feik stand sie bereits 1985 in „Doppelspiel“ vor der Kamera. Immer wieder wurde Angelika Bartsch für Folgen des ARD-Krimi-Flagschiffs gebucht, ob für den Münsteraner „Tatort“ mit Axel Prahl und Jan Josef Liefers, ob für den Hamburger „Tatort“ mit Manfred Krug, den Kölner Tatort mit Klaus J. Behrendt und Dietmar Bär oder auch für den Münchener Tatort mit Miroslav Nemec und Udo Wachtweitl.

Angelika Bartsch, die u.a. auch Düsseldorfer Schauspielhaus, am Deutschen Natonaltheater Weimar, Am Schauspielhaus Hamburg und am Staatstheater Karlsruhe engagiert war, hat auch eine Wuppertaler Vergangenheit. Die Schauspielerin: „Ich habe die Zeit an den Wuppertaler Bühnen (1991 - 1996) sehr genossen. Mich verbindet nach wie vor viel mit dieser Stadt. Das war auch der Grund, warum ich bei ‚King Ping‘ mitgemacht habe.“ In dem von Dirk Michael Häger und Christoph Schmidt (Rex-Film) komplett in Wuppertal produzierten Low-Budget-Kino-Krimi spielte Angelika Bartsch eine Kindergärtnerin.

In fast allen bekannten und erfolgreichen TV-Krimi-Serien war Angelika Bartsch bereits gebucht. Sie spielte in Kino-Filmen wie „Schlafes Bruder“ (1995), „Der Mörder und die Hure“ (1996), „Ende einer Leidenschaft“ (1997), „Das Trio“ (1998), „Rohtenburg“ (2006) oder „Das Glück ist ein Kaktus“ (2011) mit.

Zur Zeit steht sie gerade in Köln als Rechtsmedizinerin Dr. Hannah Holle mit Kai Schumann und Janine Kunze für die 6. Staffel der beliebten ZDF-Serie „Heldt“, die in Bochum spielt, vor der Kamera.

„Ich wünsche mir weiterhin viele abwechslungsreiche Rollen“. Auch wenn die Schauspielerei ist inzwischen für viele ihrer Kolleginnen und Kollegen ein hartes Geschäft geworden ist, wird Angelika Bartsch auch in Zukunft ihre Angebote bekommen - dafür sprechen Ihr großes Talent, 38 Jahre Berufserfahrung, ihre Wandlungsfähigkeit und ihre Fähigkeit, geheimnisvolle und zwielichtige Frauen zu verkörpern.

Text: Peter Pionke

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