v.l. Chefarzt Prof. Erol Gercek, Kinderkrankenschwester Anna Mittmann, Priv.-Doz. Dr. med. Andreas Heusch und Sebastian Hullmann v.l. Chefarzt Prof. Erol Gercek, Kinderkrankenschwester Anna Mittmann, Priv.-Doz. Dr. med. Andreas Heusch und Sebastian Hullmann Foto: Michael Mutzberg/Helios Klinikum

Endlich heilen die Wunden der kleinen Sanny

In ihrer Heimat Angola hatte die kleine Sanny kaum eine Chance auf Heilung. Zwei schwere, eiternde Entzündungen im Unterschenkel waren mit Salmonellen infiziert. Die Ärzte am Helios Universitätsklinikum haben die Siebenjährige  mit Erfolg ehrenamtlich operiert.

Wuppertal, 12.07.2019 - Durch eine genetische Erkrankung litt Sanny unter starken Schmerzattacken. Dadurch war die Wundheilung zusätzlich erschwert. 

Die Organisation „Friedensdorf International“ in Oberhausen hilft seit mehreren Jahrzehnten Kindern aus aller Welt, die in ihrem Heimatland keine Chance auf die notwendige medizinische Versorgung haben. Sanny musste gleich nach ihrer Ankunft in Deutschland ins Krankenhaus gebracht werden. Zu stark war die Entzündung ihres Knochens fortgeschritten.

Nach sechswöchiger, erfolgreicher Behandlung im Helios Zentrum für Kindertraumatologie, konnte Sanny jetzt ins Friedensdorf nach Oberhausen gebracht werden. Dort wird der Rückflug in ihre afrikanische Heimat zu ihrer Familie organisiert.

Sanny leidet erblich bedingt an einer Sichelzellenanämie, einer häufigen Erkrankung in afrikanischen Ländern, die zu schweren Durchblutungsstörungen und starken Schmerzen führt.

„Wir haben hier am Zentrum für Kindertraumatologie unsere optimalen Möglichkeiten genutzt, auf beide Erkrankungen zugleich einzuwirken. Die Pädiater können die Schmerzkrisen optimal abfangen, die Orthopäden haben sich mit der Knochenvereiterung beschäftigt. Der Markraum im Knochen wurde mehrfach durchgespült und Sanny wurde über 34 Tage antibiotisch behandelt“, erzählt Sebastian Hullmann, Leiter des Zentrums.

„Mit einer Lappenplastik konnten wir die großen Wunden sehr gut verschließen, so dass man fast nichts mehr von der dramatischen Verletzung sehen wird“, berichtet Chefarzt Prof. Erol Gercek. Die beiden Unfallchirurgen und Orthopäden sowie Priv.-Doz. Dr. med. Andreas Heusch, Leiter der Abteilung für Kinderkardiologie und –pneumologie, sehen ihre Bemühungen um die Kooperation ihrer Abteilungen wieder einmal bestätigt: „Durch unsere enge Zusammenarbeit können wir verletzten Kindern sehr gut helfen. Das fängt schon bei den Untersuchungen an, auf die unsere Kinderradiologie sehr gut spezialisiert ist.“

Woher die Kleine ihre schweren und infizierten Verletzungen am Bein ursprünglich hatte, konnte nicht mehr rekonstruiert werden.

Die Sprachprobleme waren erheblich, Sanny spricht nur Portugiesisch. Engagierte Helios-Mitarbeiter halfen immer wieder beim Übersetzen. Und die erfahrenen Kinderkrankenschwestern kommunizierten überaus kreativ „mit Händen und Füßen“ mit dem niedlichen, aufgeweckten Mädchen.

„Das machen wir doch gerne und sie ist ja auch so lieb und aufgeschlossen“, erzählte Schwester Anna Mittmann, während sie Sanny noch ein letztes Mal zum Stillhalten bewegte: Die Fäden mussten gezogen werden. Doch dann ist die Behandlung erfolgreich abeschlossen und die junge Patientin kann bald nach Hause fliegen. Sanny bedankt sich mit einem strahlenden Lächeln.

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