Dr. Susanne Bellenbaum Dr. Susanne Bellenbaum Foto: Dirk Sengotta

Lästige Mitbewohner: Läuse-Mobbing

Mäuse-Mobbing.! Die Wuppertaler Kinderärztin Dr. Susanne Bellenbaum erklärt Ihnen in ihrer Kolumne, wie man die lästigen Mitbewohner wieder los wird.

Wuppertal, 24.07.2019 - "Sie sind kein Zeichen von mangelnder Sauberkeit, sondern einfach nur Künstlerpech unseres kre-ativen Nachwuchses. Wenn Läuse einmal da sind, sollten Eltern nicht panisch, sondern konstruktiv reagieren.

Übertragen werden Läuse beispielsweise, wenn Kinder beim Spielen ihre Köpfe zusammenstecken oder die Jacken in der Garderobe dicht nebeneinander hängen. Es ist ein Irrglaube, dass Läuse hüpfen oder fliegen. Sie marschieren. Wenn man Glück hat, hängt ein Warnschild an der Eingangstür des Kindergartens. Schlechte Karten haben Eltern, deren Kinder die Läuse als Erste mit in den Kindergarten oder die Schule bringen.

Es helfen nur regelmäßige Inspektionen der Kinderköpfe. Dabei sieht man nur ganz selten die kleinen Gesellen krabbeln. Meist entdeckt man am Haaransatz kleine Kugeln, die sich nicht wie Schuppen weg schnippen lassen. Das sind die Eier der Läuse oder auch Nissen. Sie kleben fest am Haar.

Wenn die Diagnose "Laus-Befall" steht, schreiten wir zur Tat. Für eine Behandlung gibt es auf dem Markt zahlreiche Medikamente. Viele sind nur mäßig wirksam. Es empfiehlt sich ein Medikament mit physikalischen Kriecheigenschaften (z.B. Etopril oder Nyda) zu kaufen.

Die Wirkstoffe setzen sich in den Atemöffnungen der Läuse fest und ersticken sie. Gegen die früher favorisierten Insektizide entwickeln Läuse z.T. Resistenzen, außerdem sind sie für Kinder oft giftig, da sie einwertigen Alkohol enthalten.

Bei der Behandlung wird Strähne für Strähne am Haaransatz eingesprüht. Da Läuse die Wärme der Kopfhaut lieben, ist bei langem Haar das Einsprühen des vollständigen Haares gar nicht erforderlich. Bitte beachten Sie die Einwirkzeit des Medikamentes.

Nach Vorarbeit mit einem speziellen Nissen-Kamm gehen Sie die Haare Ihres Kindes Strähne für Strähne durch und entfernen die Nissen mit den Fingernägeln. Auch wenn Sie bis jetzt sehr gewissenhaft gearbeitet haben, vergessen Sie nicht die Haare der Geschwister, die Ihres Partners und natürlich Ihre eigenen Haare.

Jetzt geht die kreative Such-Arbeit los. Kleidung und Bettzeug sollten bei mindestens 60 Grad Celsius gewaschen werden. Alles andere, wie Spangen, Bürsten, Kuscheltiere usw., sollten Sie 48 Stunden lang einfrieren.

Polstermöbel und Kopfstützen im Auto saugen Sie bitte intensiv ab. Kopfläuse gehen zum Glück nicht auf Haustiere über, sie haben sich ausschließlich als Plagegeister für Menschen spezialisiert. Behandeln Sie den Kopf Ihres Kindes nach zehn Tagen erneut.

Ihre Dr. Susanne Bellenbaum - Kinderärztin

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