Bestens gelaunt: Priv.-Doz. Dr. Dr. med. Jorge Terzis im Gespräch mit seiner jungen Patientin Mathilda Bestens gelaunt: Priv.-Doz. Dr. Dr. med. Jorge Terzis im Gespräch mit seiner jungen Patientin Mathilda Foto: Michael Mutzberg / Helios Klinikum

Nach Hirn-OPs: Selbstgemalte Bilder als Dankeschön

Mit dem Navigationsgerät sicher und ohne Verletzung das Hirn operieren. Endoskopische Schädelbasischirurgie ist gerade bei der Behandlung von Kindern ein Gewinn an Präzision und Sicherheit. Darauf baut das Helios Klinikum.

Wuppertal, 28.06.2019 - Die kleine Mathilda war gerade einmal sieben Jahre alt. Ein sehr pfiffiges und überaus musikalisches Mädchen. Klavier und Musikschule stande bei ihr regelmässig auf dem Stundenplan, aber auch Malen und Basteln. Und in der Schule war sie auch eine der Besten. Doch als sie plötzlich anfing, unsicher zu gehen, Kopfschmerzen auftraten und ihre Augen immer wieder kurz starr wurden, war nichts von alledem mehr selbstverständlich.

Nach langer Suche wurde ein Tumor im Kleinhirn entdeckt. Mathilda wurde von Priv.-Doz. Dr. Dr. med. Jorge Terzis, Chefarzt der Klinik für Neurochirurgie am Helios Universitätsklinikum Wuppertal, notfallmäßig operiert. Nach der OP stand fest: „Alles ist raus, das Tumorgewebe konnte vollständig entfernt werden.“

Doch die anschließenden Therapien waren nicht immer leicht. „Da haben sie plötzlich ein krankes Kind“, erinnert sich Mathildas Mutter Susanne S. „Auch, wenn es Mathilda die Jahre danach eigentlich immer gut ging“. In der Schule und auch körperlich hat das aufgeweckte Mädchen nach dem Eingriff im Gehirn zum Glück wenig Probleme.

Eine solche Behandlung kann aber auch Spätfolgen haben, die sich bei Mathilda nach sechs Jahren eher schleichend einstellten: Der natürliche Abfluss des Hirnwassers war plötzlich nicht mehr groß genug. Die kleinen Vernarbungen im Gehirn drückten ihn ab, so dass die 0,5 Liter Flüssigkeit, die täglich vom Gehirn zur Selbstreinigung gebildet werden, nicht mehr richtig abgebaut werden konnten.

Der wachsende Druck beeinträchtigt die empfindlichen Strukturen im Gehirn als erstes, etwa den Sehnerv oder das Bewegungszentrum. Dafür hat der Fachmann natürlich ein Auge.

Dr. Jorge Terzis sah seine inzwischen siebenjährige Patientin wieder und wusste sofort: Mathildas Hirndruck ist zu hoch. Er operierte seine kleine Patientin umgehend. Mit der endoskopischen Schädelbasischirurgie mit einem Neuro-Navigationsgerät, dem ersten Gerät dieser Art im Bergischen Land, kam für diesen Eingriff eine besondere Methode zum Einsatz.

„Durch eine winzige Röhre kann tief im Gehirn operiert werden. Zusammen mit der Mikroskopie und einer doppelten Monitor-Kontrolle (CT und MRT) ist die OP viel schonender als eine offene Schädeloperation. Mit dem Endoskop können wir sogar um die Ecke schauen“.

Quer durch das Gehirn – ohne es zu verletzen

„Obwohl wir mit unseren Instrumenten einmal quer durch Mathildas Kopf mussten, vom Scheitel bis fast runter zum Halsansatz, wurde ihr Gehirn nicht verletzt“, erklärt Dr. Terzis, Spezialist für endoskopische Schädelbasischirurgie, der diese Technik schon seit vielen Jahren anwendet.

„Das Ziel bei Mathilda: Wir wollten dieser jungen Patientin keinen Mini-Schlauch, einen sogenannten Shunt, einsetzen, um das Hirnwasser abzuleiten, wie es bei Erwachsenen gemacht wird. Wir haben vielmehr eine Öffnung in der Membran der dritten Hirnkammer geschaffen und somit einen natürlichen Abfluss gebildet, ohne Fremdkörper im Kopf. Damit ist Mathilda auf der sicheren Seite. Und ihre Mutter muss keine Angst haben, dass sich dort irgendwann etwas zusetzt.“

„Das Universitätsklinikum Wuppertal verfügt in der Neurochirurgie über eine extrem moderne Infrastruktur. Es wurde stark in diese Technik investiert, unser Neurozentrum bietet eine interdisziplinäre Zusammenarbeit aller Neuro-Mediziner auf höchstem Niveau, die vielen Patienten, vor allem bei Schlaganfall oder Unfall-Verletzungen, geholfen hat und auch in Zukunft zuverlässig helfen wird", erklärt Prof. Dr. med. Patrick Haage, Ärztlicher Direktor des Helios Universitätsklinikums Wuppertal.

Mathilda, die es durch die laufenden Nachkontrollen schon immer gewöhnt ist, häufiger mal im Krankenhaus zu sein, hat auch diesen aufwändigen Eingriff gut überstanden. Für sie ist er eigentlich auch schon „ganz lange her“.

In ihrem jungen Lebendrerht sich wieder alles um Spielen, Schule, Klavier – und natürlich Malen. Und so dankte sie ihrem Neurochirurgen auf ihre ganz eigene Art: Bunte Bilder von ihr schmücken heute das Büro von Dr. Jorge Terzis‘. „Kann es eine schönere Belohnung geben?“, lacht der Chefarzt beim Anblick seiner farbenfrohen Sammlung an der Wand. Kann es sicher nicht...

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