Dr. Susanne Bellenbaum Dr. Susanne Bellenbaum Foto: Dirk Sengotta

Vergiftungsgefahr: Substanzen im Haushalt

Nich nur im Garten, auch im Haus lauern Gefahren für unsere kleinen Lieblinge: Vergiftungen durch Lebens- oder Putzmittel. Die Wuppertaler Kinderärztin Dr. Susanne Bellenbaum gibt Ihnen wertvolle Tipps.

Wuppertal, 29.04.2019 - Der Klassiker aus dem Gewürzregal ist die Muskatnuss, hierbei macht die Dosis das Gift, um mit Worten des berühmten Arztes und Chemikers Paracelsus (1493 - 1541) zu sprechen. Bei einem 15 Kilogramm schweren Kleinkind kann eine Nuss oder ein Teelöffel Pulver schwere Vergiftungserscheinungen hervorrufen.

Neben einer stark Schleimhaut reizenden Wirkung treten im Verlauf Mundtrockenheit, Übelkeit und Erbrechen auf. Erst kommt es zu einem Anstieg, später zum Abfall des Blutdrucks bis hin zum Verwirrtheit und Delirium. Bei einer schweren Vergiftung muss mit Leber und Nierenschäden gerechnet werden. Sollte ihr Kind also Muskatnuss genascht haben - sofort in die Klinik, um vor Ort sofort handeln zu können.

Die nächste Gefahrenquelle stellen Putzmittel-Schränke dar. Bei kleinen Kinder im Haushalt und auch wenn Kids zu Besuch kommen, gehören Reinigungsmittel unter Verschluss. Auch der Toilettenreiniger sollte auf keinen Fall einladend neben dem WC stehen. Die oft auf der Plastikflasche abgebildete, appetitlich aussehende Zitrone, lädt nämlich zum Probieren ein. Oft hält sogar ein angeblich kindersicherer Verschluss unseren ideenreichen Nachwuchs nicht ab.

Im Falle einer Aufnahme von Toilettenreinigern empfiehlt sich der sofortige Kontakt mit der Gift-Notrufzentrale in Bonn, da die einzelnen Produkte sehr unterschiedlich zusammengesetzt sein können. Neben stark schäumenden Tensiden können auch starke Säuren, wie Salzsäure, Ameisensäure oder Phosphorsäuren enthalten sein. Dementsprechend kommt es möglicherweise zu starken Verätzungen der Schleimhäute. Bitte keine Selbstmedikation, sondern sofort fachkundigen Rat einholen!

Der Sommer ist die Zeit von abendlichen Grill-Events und gemütlichem Zusammensitzen in freier Natur. Zur Beleuchtung der Leckereien werden oft Petroleumleuchten verwendet, in denen Lampenöle oder auch Duftpetroleum zum Einsatz kommen. Wie der Name schon ausdrückt, wird dem Brennmittel ein wohlriechender Duftstoff beigemengt, der von der eigentlichen Gefahrenquelle ablenkt.

Circa 30 Minuten nach der Aufnahme von Petroleumölen kommt es durch Schleimhautreizung zu heftigem Erbrechen - fatal, da der gefährliche, ätzende Wirkstoff dann ein zweites Mal in Speiseröhre und Rachenraum Schaden anrichten kann. Im weiteren Verlauf kommt es nicht selten zu einer chemischen Lungenentzündung mit starker Atemnot und erheblichen Rasselgeräuschen. Erregungszustände und Anfälle können folgen. Auch in diesem Fall ist ein sofortiger Transport in die Klinik absolut notwendig.

Giftnotrufzentrale Bonn: 0228-19 240, die Zentrale ist 24 Stunden von Ärzten besetzt.

Bleiben Sie und Ihr Kind gesund!

Ihre Dr. Susanne Bellenbaum - Kinderärztin

 

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