Aramis (l.) und Junah markieren zum Glück nicht... Aramis (l.) und Junah markieren zum Glück nicht... Foto: Paul Coon

Was kann ich tun, wenn mein Kater markiert?

Haustiere bereiten uns viel Freude - meistens zumindest. Doch es gibt auch negative Begleiterscheinungen, wie das Harnmarkieren. Der Tierarzt Dr. Fran Langewische verrät Ihnen, wie Sie das Problem lösen können.

Wuppertal, 14.03.2019 - Harnmarkieren ist ein „Problem“ in der Katzen- haltung, das meistens potente Kater betrifft. Es kommt aber auch bei weiblichen Tieren vor. Zunächst einmal muss geklärt werden, ob es sich um eine Unsauberkeit oder tatsächlich um Markieren handelt.

Bei der Unsauberkeit benutzt das Tier nicht mehr konsequent die Katzentoilette, ist also nicht mehr stubenrein. Dieses kann organische Ursachen haben, die zunächst von einem Tierarzt diagnostisch abge- klärt werden sollten, z. B. Entzündungen der Niere, der Harnblase und der harnableitenden Wege, Harngrieß, Diabetes mellitus oder insipidus, Erkrankungen des Bewegungsapparates, Störungen des peripheren Nervensystems (z. B. Lähmungen des Schließmuskels).

Sind diese Möglichkeiten ausgeschlossen, liegt die Ursache meist in der Katzentoilette. Ursache kann sein: Ungenügende Frequenz der Reinigung, Verwendung einer anderen Kat- zenstreu, unzureichende Anzahl an Toiletten, zu geringe Entfernung der Toilette vom Freßplatz.

Das Harnmarkieren ist ein natürliches Verhalten und dient zur Markierung des Reviers. Beim Verdacht auf Harnmar- kieren sollte man zunächst beobachten, wie sich das Tier da- bei verhält. Wenn es im Stehen mit dem Hinterteil an eine Wand/einen Gegenstand mit gestreckten Beinen, aufrecht erhobenen und zitternden Schwanz Harn absetzt, handelt es sich um Markieren.

Auch Weibchen und Kastraten können das Harnmarkieren in dieser Weise zeigen! Hier sollte man dann weiterhin zur Unterscheidung von Unsauberkeit da- rauf achten, ob sich der Harnabsatz auf einige wenige Orte beschränkt, da eine Unsauberkeit im Gegensatz dazu örtlich kaum vorhersagbar ist.

Ursachenforschung ist angesagt: Hat das Tier die Geschlechtsreife erreicht? Ist ein Weibchen mehrmals kurzfristig hintereinander rol- lig geworden, ohne gedeckt worden zu sein? Ist eine Katze im Bestand rollig und hat Kontakt zu einem Kater? Ist fremder Damenbesuch zum Decken anwesend? Sind neue Tiere in den Haushalt gekommen? Gib es fami- liäre Veränderungen (Verlust eines Lebenspartners, Umzug, Baby, Unterbringung in Katzenpension)?

Wurde etwas an der Katzenhygiene verändert?

Bestrafung - z. B. Schlagen der Tiere - trägt nur zur Verunsicherung bei und wird das natürliche Verhal- ten nicht ändern. Besser sind Bestrafungen, die nicht mit dem Besitzer in Verbindung gebracht werden, z. B. das Spritzen mit Wasser aus dem Hinterhalt. In man- chen Fällen hilft es, den Tieren an den Orten des Markierens Futter anzubieten, da Katzen an ihrem Fraßplatz nie ihre Exkre- mente absetzen. Es gibt auch die Möglichkeit der medikamen- tösen Behandlung mit Hormonpräparaten oder Psychopharmaka.

Ihr Tierarzt wird Sie gerne beraten. Als weitere Möglichkeit bleibt schließlich die Kastration, die in 90 % der Fälle zum Erfolg führt. Wichtig ist, bei der Reinigung keine Ammoniak enthaltenden Reinigungsmittel zu verwenden. Ammoniak entsteht auch bei der Zersetzung von Harn. Der Ge- ruch könnte die Tiere dazu verleiten, den vermeintlichen Urin eines fremden Tieres erneut zu überdecken.

Ihr Dr. vet. Frank Langewische

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