Die Fassade des Zentrums für Gute Taten in Barmen Die Fassade des Zentrums für Gute Taten in Barmen Foto: Kristina Malis/Zentrum für Gute Taten

Zentrum für Gute Taten: Amphibienschutz bis zur Hausaufgabenbetreuung

Direkt an der B7 gelegen, in der Nähe des Alten Markts in Barmen, liegt das ‚Zentrum für gute Taten‘. Groß und orange prangt der Schriftzug an den Schaufenstern des kleinen Ladenlokals. Rund 540 Ehrenamtler vermittelt das Zentrum in verschiedene Projekte.

Drinnen sitzt Angelika Leipnitz, Gründerin und 2. Vorsitzende der Freiwilligenagentur, an ihrem Schreibtisch und durchforstet die Datenbank. „540 Projekte befinden sich in unserer Liste, und alle suchen ehrenamtliche Unterstützung“, berichtet sie. Vor zwei Jahren kam der städtischen Mitarbeiterin der ‚Servicestelle Ehrenamt‘ die Idee, eine Agentur ins Leben zu rufen, die ehrenamtliches Engagement in Wuppertal koordiniert und vermittelt.

Mittlerweile sind neben dem 1. Vorsitzenden Ralf Keller und Angelika Leipnitz noch 23 ehrenamtliche Mitarbeiter im Zentrum für gute Taten beschäftigt. Sie vermitteln freiwillige Tätigkeiten an Menschen, die sich sozial engagieren und anderen helfen möchten. Die meisten „Kunden“ der Freiwilligenagentur sind Rentner und Rentnerinnen, die ihre Zeit weiterhin sinnvoll nutzen möchten. „Im letzten Jahr kamen jedoch auch einige Studenten zu uns, die sich in den Ferien oder neben dem Studium engagieren wollen“, erzählt Angelika Leipnitz.

Rund 300 'Kunden' kommen im Jahr ins Zentrum - neuerdings auch Studenten

Die Agentur wird auf jeden Fall gut angenommen: Bis zu 15 Suchanfragen der Institutionen trudeln im Monat im ‚Zentrum für gute Taten‘ ein und werden in die Datenbank aufgenommen. Und auch die Ehrenamtler bleiben nicht aus, rund 300 „Kunden“ pro Jahr finden ihren Weg in die Freiwilligenagentur. Sucht jemand ein Projekt, in dem er sich ehrenamtlich engagieren kann, wird zuallererst ein Profil erstellt. Eingetragen werden persönliche Daten, die gewünschte Zielgruppe, Vorkenntnisse und ob lieber im Team oder alleine gearbeitet wird. Daraufhin spuckt der Computer rund sechs Angebote aus, die der Kunde sich ansehen kann. „Bei Bedarf wird die Angebotsliste noch durch uns ergänzt“, erklärt Leipnitz. „Den Kontakt zu dem Projekt stellt der Freiwillige dann selbst her.“

Von klassischen Projekten wie Hausaufgabenbetreuung oder ehrenamtlicher Mitarbeit in Seniorenheimen bis hin zu außergewöhnlichen Angeboten wie Mitarbeit beim Amphibien-Schutz, Unterstützung im Archiv des Bandwirker-Museums, Beratung bei Trauerspaziergängen oder Spielzeug-Reparieren in Schulen, ist alles dabei. Gern erzählt Angelika Leipnitz die Geschichte eines ehemaligen Obdachlosen, der auf der Suche nach einer Tätigkeit in das Zentrum für gute Taten kam. „Nun verpasst er den Bänken auf der Hardt einen neuen Anstrich. Wir finden für jeden das passende Ehrenamt“, sagt sie fast ein bisschen stolz.

Ein großes Thema ist vor allem die Situation der Flüchtlinge

Ein großes Thema bei den Wuppertaler Bürgern ist zurzeit vor allem die Situation der Flüchtlinge, weiß Angelika Leipnitz. „Viele Fragen nach Angeboten der Flüchtlingshilfe und bieten an, Spielenachmittage zu organisieren oder einfach mal eine Schwebebahnrundfahrt auf die Beine zu stellen“, sagt sie. Von Vorteil sind dabei natürlich Sprachkenntnisse, aber auch ohne gemeinsame Sprachbasis funktioniert die Kommunikation. „Auf jeden Fall haben wir hier in Wuppertal eine tolle Willkommenskultur. In solchen Situationen halten die Wuppertaler zusammen“, sagt Angelika Leipnitz überzeugt.

Im letzten Jahr organisierte die Freiwilligenagentur zusätzlich den Markplatz für gute Geschäfte, eine Veranstaltung, an der rund 30 Unternehmer und 30 gemeinnützige Organisationen teilnahmen, um sich gegenseitig zu vernetzen. Dabei zustande kam zum Beispiel ein Vertrag des Fördervereins Pro Mirke e.V. mit dem Malermeister Terstegen, in dem eine Betriebsfeier im Freibad gegen einen Fassadenanstrich des Bades getauscht wurde. Und auch in diesem Jahr plant das ‚Zentrum für gute Taten‘ wieder eine Aktion. „Im Oktober werden wir an zwei Tagen in den City Arkaden die Tage zum Ehrenamt organisieren“, erklärt Leipnitz. Da werden sich nicht nur verschiedene Organisationen präsentieren, die Bürger werden auch dazu aufgerufen, aktiv an diversen Aktionen teilzunehmen. „Das genaue Programm kann ich allerdings noch nicht verraten“, sagt Leipnitz verschmitzt.

Text: Hannah Florian

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