Jürgen Hardt Jürgen Hardt Foto: Deutscher Bundestag

Hardt: Politik ist eine familienfeindliche Veranstaltung

In unserer Serie "Politker, die Wuppertal im Bund oder im Land vertreten" stellen wir Ihne heute den langjährigen Bundestagsabgeordneten Jürgen Hardt (CDU) vor.

Aus unserer Mai-Print-Ausgaben - Wuppertal,13.05.2018 - Gewählt von den Wuppertalerinnen und Wuppertalern, um sie auf der politischen Bühne zu vertreten und ihre Interessen durchzusetzen. Berufspolitiker haben einen ganz besonderen Job. In unserer losen Serie stellen wir einige von ihnen vor. Diesmal: Jürgen Hardt, CDU, seit 2009 im Bundestag vertreten.

„Wenn man einmal politische Luft geschnuppert hat, dann reizt sie einen immer wieder.“ Dieser Satz beschreibt das Leben des Politikers Jürgen Hardt eigentlich sehr gut. Aufgewachsen in Hofheim am Taunus, studierte der heute 54-Jährige Volkswirtschaftslehre in Heidelberg und in Köln und wurde 1993 Diplomvolkswirt.

Seine politische Karriere indes begann bereits früher, noch während seiner Studienzeit und auch für ihn eigentlich eher überraschend. „Ich bin 1987 als Neuling direkt zum Bundesvorsitzenden des Rings Christlich Demokratischer Studenten gewählt worden. Das war sozusagen mein Einstieg in die Bundespolitik.“

Ab diesem Moment gibt es für ihn plötzlich eine neue Option: Berufspolitiker zu werden. Von 1992 bis 1998 arbeitet er in der CDU-Bundesgeschäftsstelle als Abteilungsleiter, später als Büroleiter des Generalsekretär Peter Hintze, durch den er – damals noch wohnhaft in Köln – auch immer wieder mit Wuppertal in Berührung kommt.

Eine dieser Berührungen ist es schließlich auch, die ihn für einige Jahre wegbringt von der Politik. Jürgen Hardt lernt den Unternehmer August Jörg Mittelsten Scheid kennen, der ihm 2001 anbietet, Leiter der Unternehmenskommunikation bei Vorwerk zu werden. „Diese Perspektive hat mich natürlich sehr gereizt.“

Jürgen Hardt sagt zu, zieht von Köln in die Stadt an der Wupper, und verliert die Politik dennoch nie aus dem Blick. Als die Wuppertaler CDU 2003 ohne Kreisvorsitzenden dasteht, wird er gefragt, ob er den Posten übernehmen möchte. Es ist sein ehrenamtlicher Wiedereinstieg in die Politik, kurze Zeit später wird Jürgen Hardt Mitglied im Rat der Stadt Wuppertal.

„Diese Abfolge hat letztlich zwangsläufig dazu geführt, dass ich 2009 als Kandidat für den Bundestag angetreten bin. Es hat mich einfach gejuckt, meinen Hut in den Ring zu werfen.“ Da war sie also wieder, die Sache mit der politischen Luft. „Wenn man die Chance hat, ein Mandat zu erlangen, dann ist das schon toll.“ Und in Jürgen Hardts Fall erfolgreich. 2009, wie auch 2013 und 2017, zieht er in den Bundestag ein, jedes Mal wird er direkt gewählt und repräsentiert den einzigen Wahlkreis in Deutschland, der gleich drei Großstädte vertritt: Remscheid, Solingen und Wuppertal.

Nach Berlin zu ziehen, kommt für den Vater einer Tochter dabei nie in Frage, er ist in seinem Wahlkreis fest verwurzelt. Die passenden Zahlen kann er längst auswendig: Exakt 527 Kilometer sind es von seiner Haustür bis zum Reichstag in der Hauptstadt, meist weicht er auf den ICE aus, dann kann er unterwegs noch arbeiten. „Politik ist eine durchaus familienfeindliche Veranstaltung, der Spagat zwischen Politik, Familie, Beruf, Berlin und Wahlkreis ist enorm.“

In Berlin hat Jürgen Hardt seinen Traumjob gefunden. Er ist ordentliches Mitglied im Auswärtigen Ausschuss und stellvertretendes Mitglied im Verteidigungssausschuss und Ausschuss für die Angelegenheiten der Europäischen Union. Seit September 2015 ist er zudem Außenpolitischer Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion und damit zugleich Vorsitzender der Arbeitsgruppe Auswärtiges. Mit 18 ordentlichen und 18 stellvertretenden Mitgliedern ist sie die größte Arbeitsgruppe der CDU/CSU-Fraktion im Deutschen Bundestag.

Ob es so bleibt, wird die Zukunft zeigen. Auch das ist ein Faktor, mit dem man als Berufspolitiker umgehen können muss: Kaum etwas ist langfristig planbar, schnell kann sich vieles verändern. Doch zumindest in einem Punkt ist sich Jürgen Hardt sicher: „Ich habe mein Betätigungsfeld in der Bundespolitik gefunden und werde auch dort bleiben.“

Text: Jan Filipzik

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