Das Le Courier-Team Das Le Courier-Team Foto: Le Courier

Bike-Kurier: Im Flachland hätte ich da keinen Bock drauf

Da fahren, wo andere lieber schieben, und das auch noch möglichst schnell. So in etwa lässt sich der Job eines Radkuriers in Wuppertal auf den Punkt bringen.

Aus unserer Januar-Printausgabe - Wuppertal, 11. Januar 2018 - Es gibt trotzdem Menschen, die diese Arbeit mehr als gerne machen, ja, sie sogar zu ihrem Bruf gemacht haben. Einer von ihnen ist Martin Hoffmann. Gemeinsam mit seinem Geschäftspartner Oliver Isken leitet der 34-Jährige das Unternehmen Le Courier. „Staufrei - ökologisch – zuverlässig“ lautet das Motto des Ende 2015 gegründeten Kurierdienstes, der sich seitdem kontinuierlich in eine Richtung entwickelt: Nach oben.

Damit das so ist, arbeiten Hoffmann und seine Kollegen hart. Begonnen hat alles mit einem Großauftrag, der für ihn die sichere Basis für seine Selbstständigkeit war. „So konnten wir sorgenfrei starten, ohne direkt um einzelne Kunden kämpfen zu müssen“, sagt er. Seitdem fahren sie beispielsweise täglich rund 115 Ärzte in Wuppertal an, holen Blut ab, das ins Labor kommt und bringen den Medizinern die Befunde vom Vortag. Ein Job, der auch dann gemacht werden muss, wenn man sich beim typischen Wuppertaler Regen lieber zu Hause verkriechen würde: „Wir ziehen das immer durch, das ganze Jahr, sogar bei Schnee. Letztlich müssen wir das ja auch, denn die Praxen sind auf unsere Fahrten angewiesen und brauchen die Ergebnisse dringend.“

Dafür ist Le Courier vormittags mit drei und nachmittags mit zwei Leuten in Wuppertal unterwegs. Jeder der Fahrer legt etwa 300 Kilometer pro Woche zurück, auch Martin Hofmann steigt selbst noch aufs Rad. „Wenn man mal eine längere Pause macht, dann merkt man das auf jeden Fall. Dann tun einem in den ersten Tagen die Knochen weh.“ Trotzdem hat sich an seiner Leidenschaft fürs Radfahren nie etwas geändert. „Ich bin schon als Jugendlicher gerne gefahren.“ Und als er dann später auf der Suche nach einem Job war, lag der Gedanke nicht fern, genau damit auch wieder Geld zu verdienen – zunächst als Mitarbeiter, später dann mit seinem eigenen Unternehmen.

Und was ist mit den Bergen in Wuppertal? Die stören Martin Hoffmann nicht – im Gegenteil: „Die Berge im Tal spornen mich an. Wenn man irgendwo rauffährt, darf man später ja auch wieder herunterfahren. Im Flachland hätte ich darauf keinen Bock.“ Trotzdem ist auch beim 34-Jährigen nicht alles eitel Sonnenschein. Besonders die Verkehrspolitik in der Stadt stört ihn. „Da werden Radwege gebaut, wo sie nicht gebraucht werden. Es ist völliger Quatsch, wie jetzt am Döppersberg, einen Radweg auf den Bürgersteig zu bauen. Fahrräder gehören auf die Straße, so einfach ist das.“

Doch auch er sieht die positiven Entwicklungen, wie etwa den Bau der Nordbahntrasse. Und ohnehin, zumindest für das Unternehmen, läuft es gut. Hoffmann und sein Partner haben in ihrem Fuhrpark auch ein Lastenfahrrad mit Elektromotor, mit dem man bis zu 80 Kilogramm schwere Gegenstände transportieren kann. Das zweite soll demnächst folgen. Es geht also weiter aufwärts...

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