Friederike Slupina-Beck: Pfarrerin in Laufschuhen Foto: privat

Friederike Slupina-Beck: Pfarrerin in Laufschuhen

Frauen sind als Hauptamtliche in Führungspositionen in der evangelischen Kirche heutzutage nach wie vor in der Minderheit. Doch die Wuppertalerin Friederike Slupina-Beck geht mit gutem Beispiel voran und setzt seit 1993 eine Familientradition fort: Sie steht mit vollem Herzen im Dienst für ihre Lutherkirche in der Ev. Kirchengemeinde Ronsdorf.

Aus unserer Januar-Print-Ausgabe - Wuppertal, 10.01.2018 - Schon ihr Vater und auch ihr Großvater waren Pfarrer: „Mein Vater hat mich geprägt. Vor allem die Gabe, freie Predigten zu halten, habe ich von ihm.“ Friederike Slupina-Beck wuchs in Ronsdorf auf, wo auch schon ihr Vater einst in der Lutherkirche predigte. Nachdem die Familie dann nach Mönchengladbach zog, wo sie ihren Ehemann kennenlernte, zog es sie nach ihrem Studium nach Wuppertal zurück. Das Paar bekam insgesamt vier Kinder, ihr Mann blieb zu Hause: „Er hat nach unserem zweiten Kind seinen kaufmännischen Beruf an den Nagel gehängt und ist seither Hausmann. Er unterstützt mich sehr und ohne ihn hätte ich das alles nie so geschafft“, erzählt die Pfarrerin stolz.

Dass es für Frauen im Pastorenamt nicht immer leicht ist, hat auch sie schon zu spüren bekommen. Friederike Slupina-Beck: „Ich bin froh darüber, als Frau im Pfarramt zu sein und feminine Akzente zu setzen.“ Doch nicht nur Martin Luther und Theologie begeistern die 52-jährige: „Fußball hat mich wegen des Teamgeistes schon immer sehr bewegt und in den Bann gezogen. Dies transportiere ich auch in die Kirchengemeinde. Nämlich, dass wir mutig und anmutig gemeinsam etwas kreieren und somit den Teamgeist forcieren.“

Gemeinsam mit ihrer Familie fiebert sie regelmäßig vor dem Fernseher mit, wenn „ihre“ Borussia Mönchengladbach spielt. Und so kam es auch bereits vor, dass sie einen Fußball-Gottesdienst zur Europameisterschaft hielt: „Dabei konnte ich meine Liebe zur Musik und zum Fußball gleichermaßen ausleben. Dazu gehörten auch an den Fußball angelehnte Lieder, die wir gemeinsam sangen.“ Der Fußball-Gottesdienst ist mittlerweile Tradition, erklärt Friederike Slupina-Beck: „Den gibt es bei uns jedes zweite Jahr – zur EM und zur WM.“ Also auch 2018 wieder…

Vor allem ihre Liebe zur Musik und auch zum Laufen verleihen der Wuppertalerin Nervenstärke. „Wie einst schon der Apostel Paulus in einem seiner Briefe schrieb: ‚Seid nicht so träge, seid brennend im Geist.´ Ich vergleiche einen Marathon gerne mit unserem langen Lauf durchs Leben,“ erklärt sie „alle haben das selbe große Ziel, aber einen eigenen Laufstil und ein eigenes Tempo“.

Friederike Slupina-Beck ist im vergangenen Jahr bereits zum 24. Mal bei einem Marathon durchs Ziel gelaufen. Dabei blieb sie drei Mal unter vier Stunden und war 2016 beim Schwebebahnlauf sechstschnellste Frau im Halbmarathon. „Im Jahr 2018 werden mein Mann und ich in Zeeland wieder gemeinsam an den Start gehen. Dort liefen wir 2007 auch unseren ersten gemeinsamen Marathon“, erzählt Friederike Slupina-Beck begeistert.

Der Remscheider Röntgenlauf liegt ihr ganz besonders am Herzen. „Wir laufen regelmäßig für das Gustav-Adolf-Werk und sammeln so Spenden für Gemeinden in Syrien. 2016 konnten so 4.200 € gesammelt werden“ - `Laufend Gutes tun` ist dabei das Motto…

Text: Miriam Genenger

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