Wer schluckt schon gern bittere Pillen... Grafik: Benedikt Bergenthal

Wer schluckt schon gern bittere Pillen...

in seiner Kolumne "Paulchen zeigt Krallen" beschäftig sich unser Redaktion-Kater Paulchen diesmal mit der Angst von "Kids & Cats" vor dem schlucken bitterer Pillen...

Aus unserer Januar Print-Ausgabe - Wuppertal, 12.01.2018 - "Liebe Leute, es ist richtig frisch geworden in Wuppertal. Anders als unsere Artgenossen in der freien Natur, kommen wir verwöhnten Luxus-Stuben-Katzen mit solchen Witterungs-Verhältnissen nicht mehr so gut klar. Letzte Woche habe ich im ungeheizten Wintergarten gesessen, den Blick auf den verschneiten Garten genossen und den gefiederten Freunden wohlwollend beim Fressen im Vogelhäuschen zugeschaut. Wie das so ist, habe ich vor lauter Begeisterung die Zeit vergessen und das Ende vom Lied: Halsschmerzen und Schnupfen.

In meinem Katzenjammer habe ich mich förmlich durchs Haus geschleppt und mich demonstrativ röchelnd vor den Futternapf gesetzt. Natürlich hat es nicht lange gedauert, bis Frauchen gerafft hat, wie leidend ich bin. Ich habe mich schon auf Streicheleinheiten aus Mitleid und Leckerlis als Medizin gefreut. Doch Frauchen, die als Kinderärztin arbeitet, um unser Futter zu verdienen, verschrieb mir eine ganz andere Therapie. Von wegen Streicheleinheiten und Leckerlis! Erst einmal hat sie dort Fieber gemessen, wo es auch ein Kater äußerst ungern hat und dann bekam ich auch noch ein Antibiotikum verordnet. Eine Tortur, sage ich Euch.

Es gibt nichts Schlimmeres, als Antibiotika einzunehmen, diese kleinen, harmlos aussehenden, rosafarbenen Pillen. Beim ersten Mal habe ich sie noch – nichts ahnend – treu und brav geschluckt. Beim zweiten Mal war aber dann Flucht angesagt, ab unter das Doppel-Bett. Jetzt verstehe ich auch den Spruch des kleinen Mädchens, das in Frauchens Kinderarzt-Praxis eine bittere Medizin einnehmen musste: „Das schmeckt ja wie der Ochse kackt!“

Herrchen meinte, ich solle Ruhe bewahren und die Pille schlucken, sonst würde der Tierarzt mit einer Spritze vorbeikommen. Eine Wahl zwischen Futter, das absolut nicht schmeckt und einem leeren Fressnapf. Daraufhin habe ich mich aber dann doch entschieden, zum Pille einnehmen anzutraben. Schließlich wollte ich meine Kater-Ehre nicht aufs Spiel setzen. Und Frauchen hat ja doch ein weiches Herz. Sie verabreichte mir die Tablette in Wurst verpackt – sozusagen Pille im Wurstmantel. Und obendrauf gab es noch ein Leckerli als Belohnung. Richtig verpackt, schmeckt Medizin eben doch nicht so schlecht. Also, keine Sorge. Aber irgendwie sind Kinder und Kater auch nur Menschen...

Das beste Rezept aber: Ihr bleibt einfach gesund!

Das wünscht Euch von Herzen

Euer Paulchen

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