Wie können Menschen so unmenschlich sein

In seiner Kolumne "Paulchen zeigt Krallen" stellt sich der tierische Kolumnist "Paulchen" die Frage: Wie können Menschen nur so unmenschlich sein...?

Aus unserer März-Print-Ausgabe - Wuppertal, 12.03.2018 - Frauchen hatte schon wieder ihre Anwandlungen. Als überzeugte Facebook-Userin

ist sie über einen Post gestolpert, in dem Katzenfreunde anprangern, dass eine 17 Jahre alte Katzen-Dame in einem Tierheim abgegeben wurde, nur weil ihr Frauchen ein Baby bekommen hat. Wie kann man nur so herzlos sein. Da kann ich ja nur hoffen, dass es dem Baby besser ergeht.

Jetzt sitzt die arme Katzen-Oma herzerweichend weinend und miauend in einer Auffangstation für Samtpfoten. Eigentlich wollte sich Frauchen gleich einen Katzenkorb schnappen und sofort losfahren, um die traurige, im Stich gelassene Mieze abzuholen. Und das, obwohl wir schon zu fünft sind.

Doch nach einem Blick auf die Landkarte ließ Frauchen ihren Plan dann doch fallen. Die bemitleidenswerte Kätzin war in Brandenburg abgegeben worden. Gut 600 Kilometer von Wuppertal entfernt. Eine solch weite Reise hätte die alte Katzen-Dame sicher nicht unbeschadet überstanden. Jetzt hoffen wir inständig, dass sich ein anderes weiches Herz findet, dass der Maunz für ihre letzten Jahre ein schönes Zuhause schenkt.

Mein Frauchen wollte mir aber mal vor meine smaragdgrünen Augen führen, dass es auch bei uns vor der Haustür großes Katzenleid gibt. Also lieferte mich meine charmante Ernährerin für einen Tag beim Katzenschutzbund Wuppertal ab. Die netten Damen führten mich als „Ehrengast Paulchen, der Kolumnist“ durch die gesamte Anlage.

Im vorderen Bereich des sehr gepflegten Hauses wimmelt es vor Katzen aller Rassen. Überall standen Kratzbäume. Ich muss schon sagen: Alles ist sehr liebevoll und katzengerecht eingerichtet. Die vierbeinigen Bewohner kamen sofort alle neugierig angelaufen und haben mich freundlich beschnuppert. Einige nahmen auch meine Transportbox unter die Lupe.

Schwer beeindruckt habe ich mir auch die Katzen-Baby-Abteilung angeschaut. Hier haben viele kleine, niedliche Kitten, die während der eisigen Nächte auf der Straße gelebt hatten, ein warmes Zuhause gefunden und bekommen regelmäßig Futter. Ich kann Euch sagen, da ist mir die eine oder andere Träne der Rührung herunter gelaufen.

Mich hat jedenfalls total beeindruckt, was die zweibeinigen, ehrenamtlichen Helfer beim Katzenschutzbund oder auch in den Tierheimen leisten. Toll, dass es solche Menschen gibt. Das macht Mut. Für mich war der Ausflug zum Katzenschutzbund eine Lehre fürs Katerleben.

Aber mal ganz ehrlich: So sehr sich die Helferinnen und Helfer vom Katzenschutzbund auch bemühen, so oft sie ihre Schützlinge auch streicheln - ein echtes Zuhause - so wie ich eines habe - können sie nicht ersetzen. Deshalb, liebe Wuppertaler Tierfreunde, geben Sie Ihrem Herzen einen Stoß und schenken Sie einem Heimtier ein schönes Zuhause - ganz egal ob Hund oder Katz…

Bis bald

Euer Paulchen

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